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Caritas im Erzbistum Köln
Aktualisiert am 19.06.2019 - 16:58

Sozialdienst darf keine Kondome ausgeben

Der Düsseldorfer Sozialdienst katholischer Frauen und Männer darf keine Verhütungsmittel ausgeben. Die Kölner Caritas hat eine klare Ansage gemacht.

  • Die Caritas verbietet die Teilnahme an einem von der Stadt Düsseldorf aufgelegten Fonds.

  • Die Ausgabe von Kondomen würde den Glaubensgrundsätzen widersprechen.

  • Ein CDU-Politiker kritisiert das Verbot.

Die Caritas im Erzbistum Köln will nicht, dass Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) aus Düsseldorf Kondome verteilt. „Der SKFM hat bei uns angefragt und wir haben die Empfehlung gegeben, dies zu lassen“, erklärt ein Sprecher des Kölner Diözesan-Caritasverbandes.

Erzbistum betont Grundsatz ‚Ja zum Leben‛

Die Caritas sei weder weltfremd, noch wolle sie ungewollt schwangere Frauen im Stich lassen. Jedoch gehöre ein ‚Ja zum Leben‛ zu den Grundsätzen der Caritas. Aus diesem Grund gebe es seit längerem keine Beratungsscheine mehr für Frauen, die abtreiben wollen. „Unsere Beratungsangebote zielen darauf ab, Frauen in der Schwangerschaft beratend und finanziell unterstützend zur Seite zu stehen – und nicht, Schwangerschaften zu verhindern“, so der Sprecher.

Das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf hatte zuvor einen Fonds von 80.000 Euro aufgelegt. Die Träger sollen das Geld nutzen, um Verhütungsmittel für sozial schwache Frauen zu finanzieren. Nach dem Nein vom Erzbistum hat der SKFM seine Bewerbung um eine Beteiligung an dem Fonds zurückgezogen. Das Geld geht nun an vier Träger von Schwangerschaftsberatungsstellen in Düsseldorf: Diakonie, Pro Familia, Frauen beraten / Donum vitae und an das Gesundheitsamt.

Kritik kommt aus dem christlich-konservativen Lager

Das Verhütungsmittelverbot stößt derweil auf Kritik. „Diese Haltung, die da offenkundig beim Erzbistum und beim Caritasverband immer noch vorherrscht, ist absolut kontraproduktiv und geht an der Lebensrealität vorbei“, kritisierte der Düsseldorfer CDU-Politiker und Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Soziales in der Westdeutschen Zeitung. ols

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