Ausbildung

Schulgeldbefreiung gilt nur exklusiv

In Niedersachsen müssen angehende Physiotherapeuten oder Logopäden künftig kein Schulgeld mehr zahlen. Caritas-Landessekretär Thomas Uhlen warnt vor der Benachteiligung bestimmter Ausbildungsgänge.

Landessekretär Uhlen © Caritas in Niedersachsen

  • Angehende Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und medizinische Fußpfleger müssen in Niedersachsen künftig kein Schulgeld mehr zahlen. 

  • Die Förderung des Landes benachteilige Auszubildende im zweiten und dritten Lehrjahr, kritisiert die Caritas.

  • Heilerzieher bleiben bei der Befreiung ganz außen vor.

Die Caritas Niedersachsen kritisiert die Schulgeldbefreiung angehender Physiotherapeuten und Logopäden. So entfällt die Eigenfinanzierung nicht für Schüler, die bereits im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr sind. „Wir hoffen, dass diese nun nicht ihre Ausbildungsverträge kündigen, um im Sommer neu zu beginnen“, sagt Caritas-Landessekretär Thomas Uhlen.

Benachteiligung für angehende Heilerzieher

Darüber hinaus sei unverständlich, warum die Landesregierung andere soziale Berufe nicht auch vom Schulgeld befreie, etwa in der Heilerziehungspflege. „Junge Menschen ergreifen soziale Berufe aufgrund ihrer Empathie für die Menschen, mit denen sie arbeiten möchten. Diese Talente sollten ausschlaggebend für eine Berufswahl sein und nicht die Frage, ob Schulgeld bezahlt werden muss oder nicht“, sagt Uhlen.

Landesregierung gibt 1,5 Millionen Euro pro Jahr

Anfang Juni hat die Landesregierung in Hannover die Finanzierung der eigenen Ausbildung für angehende Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und medizinische Fußpfleger abgeschafft. Dafür will die Politik die Schulen fördern – zunächst mit 1,5 Millionen Euro im Jahr. Die Befreiung für Pflegeberufe ist bereits gesetzlich verankert. ols

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