Jugendhilfe

Schreiben und Rechnen kommt vor Digitalisierung

Die Caritas Baden-Württemberg will Schreiben, Rechnen und Lesen wieder stärker in den Fokus des Schulunterrichts rücken. Viele Jugendliche verließen als funktionelle Analphabeten die Schule, warnen die Vorständinnen des Verbands.

Caritas-Vorstäninnen Schneider (l), Holuscha-Uhlenbrock © Caritas BaWü

FREIBURG – Ihre Kritik gründen Mathea Schneider und Annette Holuscha-Uhlenbrock sowohl auf den aktuellen Bildungsbericht der Bundesregierung, als auch auf die Erfahrung in den eigenen Einrichtungen. Demnach hätten immer mehr Schüler miserable Berufsaussichten, weil sie gar nicht oder nur mangelhaft lesen, schreiben und rechnen könnten. Ihr Risiko, einmal von staatlichen Leistungen abhängig zu werden, sei hoch.

Digital soll hinten anstehen

Deshalb gelte es, neben der Digitalisierungsoffensive wieder deutlich mehr Wert auf diese Basiskompetenzen zu legen. Dringenden Handlungsbedarf sieht die Caritas in der Sprachförderung für junge Flüchtlinge. Die für sie vorgesehenen Sprachkurse seien keinesfalls ausreichend, wie die Praxis zeige.

Schulabschlüsse ohne Wert

Der Träger sieht zudem das Problem, dass viele Schüler trotz mangelnder Basiskompetenzen einen Schulabschluss schaffen: „Viele Schüler kommen durch die Schule, obwohl sie nur schlecht lesen oder rechnen können. Das Problem beginnt dann aber mit den Anforderungen in einer Ausbildung“, so die Caritasvorstände. ols

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