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Caritas Deutschland
Aktualisiert am 06.05.2019 - 15:18

Online Suizid-Prävention soll wichtiger werden

Online-Referatsleiterin Bartsch © Harald Westbeld/Caritas Münster

Die Caritas will mehr im Netz beraten. Schon heute nutzen junge Menschen das Online-Angebot zur Suizid-Prävention. Weitere Angebote sollen folgen, sagt Andrea Bartsch, Referatsleiterin ‚Online-Beratungsplattform‘.

  • Die Kirchen wollen Beratungsangebote bekannter machen

  • Mehr als 1.000 Berater in 16 Fachdiensten sind inzwischen bei der Caritas digital erreichbar

  • Allein in der Suizid-Prävention sind es 230 geschulte Gleichaltrige, die sich ehrenamtlich, via E-Mail, kostenlos und anonym um die Anfragen hilfesuchender Jugendlichen kümmern

Weitere Beratungsstellen gewinnen

Die Caritas passt gegenwärtig ihr Beratungsangebot an Gewohnheiten jüngerer Menschen an. So startete die Suchtberatung im April ein neues Portal, weitere Dienste sollen bis Jahresende folgen. Die Caritas will weitere Beratungsstellen gewinnen, um Beratung flächendeckend online anbieten zu können. Der Deutsche Caritasverband hat für digitale Beratung ein eigenes Referat aufgebaut.

Online Beratung fachlich besser machen

Schon jetzt nutzten rund eine Million Menschen täglich Blogs etwa im Bereich Erziehung, teilt die Caritas im Bistum Münster mit. Aber nicht alle Informationen dort seien fachlich fundiert. Die Caritas könne hier für mehr Fachlichkeit sorgen und die Vielfalt ihrer Dienste für die Vernetzung nutzen.

Online könnten Ratsuchende unabhängig von Raum und Zeit Hilfe finden. Das zeige sich am Beispiel der Onlineberatung für Menschen unter 25 Jahren, die selbstmordgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene soll. Allein hier suchten im vergangenen Jahr 1.200 Menschen Rat und es gab es fast 8.000 Mailkontakte mit den 230 gleichaltrigen Beratern.

Menschen wollen anonym bleiben

Die Hilfesuchenden klickten sich vor allem wegen der Anonymität ins Netz. Emotionen wie Weinen oder Stottern würden im Chat oder Mailverkehr ausgeblendet. Das seien Hemmnisse und Ängste, die die Menschen vom Besuch einer Beratungsstelle zurückschrecken ließen, so der Verband. ols

Quelle: Deutscher Caritasverband, Caritas im Bistum Münster

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