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Katholisches Klinikum Oberhausen
Aktualisiert am 16.08.2019 - 11:45

Klinikstandort muss für Partnersuche schließen

Das insolvente Katholische Klinikum Oberhausen gibt das örtliche St. Josef-Hospital auf. Der Träger will für die Partnersuche wirtschaftlich attraktiver werden.

  • Das insolvente Katholische Klinikum Oberhausen sucht nach Investoren.

  • Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, will der Träger den Standort St. Josef-Hospital in Oberhausen schließen und rund 240 Mitarbeiter entlassen.

  • Der Träger will seinen Klinikbereich künftig auf zwei Häuser konzentrieren.

Das insolvente Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) schließt das örtliche St. Josef-Hospital. 240 Mitarbeiter müssen gehen. Der Schritt soll die Wirtschaftlichkeit des Gesamtunternehmens sicherstellen, um das für 2019 erwartete Defizit von acht Millionen Euro künftig zu vermeiden und die Suche nach einem Partner zu erleichtern. In den kommenden Wochen würden weitere Gespräche mit Interessenten geführt, teilt das Unternehmen mit.

Investitionsstau zu hoch

So weist der Standort St. Josef einen Investitionsstau im mittleren zweistelligen Millionenbereich auf. „In Anbetracht des aktuellen Defizits ist das ein Volumen, das wir uns schlicht nicht leisten können“, sagt KKO-Geschäftsführer Christian Eckert. Die Abteilungen des Krankenhaus St. Josef sollen möglichst rasch an die beiden anderen Standorte des Trägers verlegt werden. Dazu gehört die Psychiatrie, die an den Standort St. Marien ziehen soll sowie die Neurologie und übrigen somatischen Bereiche, die an den Standort St. Clemens wechseln sollen. „Wir sind überzeugt, dass die Zweihäusigkeit die medizinisch und wirtschaftlich sinnvollste Option für das KKO ist“, so Eckert.

Der Abbau von rund 240 Arbeitsplätzen soll vorbehaltlich der Verhandlungen mit Betriebsrat und Mitarbeitervertretung geschehen. Der Träger versucht, die betriebsbedingten Kündigungen über auslaufende Verträge oder natürliche Fluktuation zu vollziehen.

Unterstützung von Politik und Kassen gefordert

„Für die anstehenden Veränderungen brauchen wir zwingend die Unterstützung der Landesregierung und der Sozialversicherungsträger“, fordert Insolvenzberater Christoph Niering. Jetzt werde sich zeigen, ob Politik und Kassen den politisch gewollten Konzentrationsprozess auch im konkreten Fall aktiv und zeitnah unterstützen, so Niering weiter.

Zum KKO gehören drei Klinikstandorte, drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize. Der katholische Träger beschäftigt 2370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 134 Millionen Euro. Im Juli ist die KKO in die Insolvenz in Eigenverantwortung gegangen. dh

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