Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising

Ex-Werkstattleiterin klagt auf Wiedereinstellung

Die Chefin des Steinhöringer Einrichtungsverbunds musste gehen. Bei Mitarbeitern und Lokalpolitik trifft die Entscheidung auf Unverständnis. Jetzt droht ein Gerichtsprozess.

  • Die ehemalige Leiterin des Einrichtungsverbund Steinhöring, Gertrud Hanslmeier-Prockl, klagt auf Wiedereinstellung.

  • Die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising gibt als Kündigungsgrund unüberbrückbare Differenzen an.

  • Mitarbeiterschaft und Lokalpolitik solidarisieren sich mit der geschassten Chefin.

Die ehemalige Leiterin des Einrichtungsverbund Steinhöring, Gertrud Hanslmeier-Prockl, klagt vor dem Amtsgericht München auf Widereinstellung. Die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising (KJF) hatte der langjährigen Chefin zuvor wegen unüberbrückbarer Differenzen gekündigt. "Das Arbeitsverhältnis ist zerrüttet“, teilte eine Sprecherin mit.

Unternehmensteil soll im Defizit sein

Hanslmeier-Prockl soll dem Aufsichtsrat gegenüber rote Zahlen im Kinder- und Jugendhilfeverbund angesprochen und Vorschläge zur Neuausrichtung gemacht haben, beichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Mitarbeiterkreise. Ob die Vorschläge der Kündigungsgrund gewesen seien, will der Träger mit einem Verweis auf den Datenschutz nicht sagen.

Der Zeitung zufolge sei auch nicht zu erfahren gewesen, ob der Steinhöringer Einrichtungsverbund tatsächlich als einziger im Kinder- und Jugendhilfeverbund rentabel gearbeitet habe, wie Mitarbeiter behaupten würden. "Was wir sagen können ist, dass die Katholische Jugendfürsorge in ihrer Gesamtheit wirtschaftlich stabil dasteht", sagte die Sprecherin.

Protestbrief an Kardinal geschickt  

Die Kündigung soll zu großen Verstimmungen in der Mitarbeiterschaft geführt haben. Rund 720 Mitarbeiter hätten sich in einer Unterschriften-Aktion gegen die Entlassung ihrer Chefin gewendet, berichtet die Zeitung. Zudem soll Kardinal Reinhard Marx einen Brief aus dem Landkreis Ebersberg erhalten haben, in dem Landrat und örtliche Abgeordnete an den Kardinal appellierten, sich für die ehemalige Mitarbeiterin der KJF einzusetzen.

Der Einrichtungsverbund Steinhöring wurde 1971 als Betreuungszentrum Steinhöring gegründet. Er unterstützt Menschen mit Behinderung dabei, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Mittlerweile besteht er aus insgesamt 29 Einrichtungen in den Landkreisen Ebersberg und Erding. Die Katholische Jugendfürsorge hat ihren Hauptsitz in München, von dem aus der Träger 85 Standorte und 2500 Mitarbeiter zwischen dem Landkreis Landshut im Norden, München im Westen und Berchtesgaden im Südosten steuert. dh

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