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AWO BV Hessen-Süd
Aktualisiert am 16.12.2019 - 15:21

Task-Force überprüft AWO-Kreisverbände

Dia AWO Hessen-Süd hat eine Überprüfung der Kreisverbände Frankfurt am Main und Wiesbaden angekündigt. Eine prominente Ex-Ministerin soll dabei helfen.

  • Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin soll für AWO die Untersuchung der Kreisverbände in Frankfurt am Main und Wiesbaden leiten.

  • Sie soll Konsequenzen und Empfehlungen zur Restrukturierung der Verbände erarbeiten und Fehlverhalten in Zukunft zu verhindern helfen. 

  • Die Öffentlichkeit soll laufend über die Arbeit der Task-Force informiert werden.  

Die AWO Hessen Süd will eine Task Force unter der Führung Herta Däubler-Gmelins (SPD) einrichten. Die ehemalige Bundesjustizministerin soll die gegen die beiden Kreisverbände gerichteten Vorwürfe aufklären und Empfehlungen zur Veränderung der Verbandsstruktur erarbeiten. „Die Schlagzeilen der letzten Wochen gehen unmittelbar an die Reputation der AWO“, sagt Willy Jost, Vorsitzender der AWO Hessen-Süd. Die Öffentlichkeit solle über die Arbeit der Task Force laufend informiert werden. Fehlverhalten in der Organisation solle zukünftig vermieden werden.

Bundesverband untersucht Interessenkonflikte 

Auch der AWO Bundesverband hat bereits eine Sonderprüfung beider Kreisverbände eingeleitet. Sie betrifft die Trennung von Aufsicht und Führung, die angemessene Vergütung der Geschäftsführer und die Vermeidung von Interessenkonflikten. Zwischen den beiden Verbänden soll es ein Netzwerk von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern geben, das den Beteiligten erhebliche Ehrenamtspauschalen ermöglichte. Die AWO Wiesbaden bestreitet die Vorwürfe. Gemeinsame Projekte sollen jedoch beendet werden.

Die Geschäftsführer beider Verbände sind bereits in der letzten Woche zurückgetreten oder haben ihre Rücktritte angekündigt. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die AWO Frankfurt wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Im Fokus der Ermittlungen stehen mögliche Unregelmäßigkeiten bei einem Sicherheitsdienst und dem Sportangebot in zwei Flüchtlingsunterkünften.

Die AWO Hessen-Süd betreibt an 100 Standorten unter anderem Altenhilfe, Kinder- und Jugendarbeit und Flüchtlingshilfe. Sie beschäftigt rund 3500 Mitarbeiter. jh

 

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