AWO KV Müritz

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-Geschäftsführer

Die Staatsanwaltschaft Schwerin erhebt Anklage gegen einen ehemaligen Geschäftsführer des AWO Kreisverbandes Müritz. Der Schaden ist groß, die Vorwürfe wiegen schwer.

  • Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Geschäftsführer der AWO Müritz Untreue in Form überhöhter Bezüge vor.

  • Einem Mitangeklagten soll der Mann einen Arbeitsvertrag ohne Gegenleistung gegeben haben.

  • Dem Verband soll ein Schaden von rund 1,9 Millionen Euro entstanden sein.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat einen früheren Geschäftsführer des Kreisverbandes AWO Müritz wegen des Verdachts der Untreue in drei besonders schweren Fällen angeklagt. Der Prozess findet vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Schwerin statt. Auch ein ehemaliger Vorsitzender muss sich verantworten. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe vor.

Schaden für AWO belaufe sich auf rund 1,9 Millionen Euro

Der Ex-Geschäftsführer ist verdächtig, unter Missachtung der Vereinssatzung des Kreisverbandes Verträge zu Lasten der Gesellschaften der AWO geschlossen zu haben, teilen die Ermittler mit. Zwischen 2005 und 2016 soll er sich mehr als 1,2 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Dazu hätten hohe Vergütungen nebst Tantiemen und Vorsorgeinvestitionen für seine Altersversorgung gezählt.

Mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Kreisverbandes habe er darüber hinaus einen Arbeitsvertrag für eine Gesellschaft der AWO geschlossen, den dieser nicht in dem vertraglich vereinbarten Umfang ausgefüllt haben soll. Dieser Schaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf rund 675.000 Euro.

Angeklagter habe Geld in Sicherheit bringen wollen

Auch bestehe der Verdacht, dass die Angeschuldigten das Geld Familienangehörigen zugeschanzt hätten, um es dem Zugriff der AWO zu entziehen, als sie von den Ermittlungen erfuhren. Bereits im vergangenen Juli hatte das Oberlandesgericht Rostock den ehemaligen Geschäftsführer dazu verurteilt, dass dieser rund 285.000 Euro an den AWO Landesverband zurückzahlen muss.

„Wir gehen davon aus, dass die zuständigen Ermittlungsbehörden sowie das angestrengte Verfahren vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Schwerin die im Raum stehenden Vorwürfe aufklären wird“, kommentiert Stephan Arnstadt, jetziger Geschäftsführer des AWO KV Müritz, die Anklage.

Der AWO Kreisverband Müritz beschäftigt rund 500 Mitarbeitende. Seine Hauptgeschäftsfelder sind die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Altenpflege. ols

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