Krankenhausplanung

Zentralisierung gefährdet Versorgung in der Fläche

Die mediznische Versorgung sei schon heute in ländlichen Regionen prekär, warnt der münstersche Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Die neue Krankenhausplanung könnte die Situation noch verschärfen.

Direktor Heinz-Josef Kessmann © Caritasverband für die Diözese Münster

  • Die neue Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen gefährdet die Versorgung in den ländlichen Regionen, warnt die Caritas Münster.

  • Viele katholische Krankenhäuser stünden bereits unter hohem finanziellen Druck.

  • Mit den Krankenhäusern stehe auch ein wichtiger Ort für Kirche auf dem Spiel.

Die Zentralisierung der Krankenhäuser bedroht die wohnortnahe Versorgung in Krankenhäusern. Davor warnt der münstersche Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Die neue Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen könne die Lage verschärfen. Sie sieht vor, sich nicht mehr an Bettenzahlen, sondern an Leistungsbereichen und -gruppen zu orientieren. Vorgabe von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sei dabei der Caritas Münster zufolge, dass nicht jede Klinik alle Leistungen bereithalten solle. Grundlage sei ein Gutachten, dass eher eine Über- als Unterversorgung feststelle. Daraus sei eine Tendenz zur Konzentration des Leistungsangebots abzulesen.

Kliniken seien Teil sozialer Infrastruktur

Die gesundheitliche Versorgung sei in strukturschwachen Gebieten prekär. Konfessionelle Krankenhäuser seien in der Fläche unverzichtbar. Gerade sie stünden aber unter besonderem Finanzdruck, den ständig neue Regelungen des Bundes noch verschärften. Gleichzeitig kämen die Länder nach wie vor nicht ihren Verpflichtungen nach, notwendige Investitionen zu refinanzieren, so dass dafür ein immer größerer Teil aus Eigenmitteln getragen werden müsse. „Krankenhäuser dürfen nicht länger ausschließlich als Wirtschaftsunternehmen betrachtet werden“, fordert Kessmann. Sie hätten einen eigenen Wert als Teil der sozialen Infrastruktur.

Auch die Caritas selbst habe ein großes Interesse am Erhalt ihrer Krankenhäuser. In der Diözese Münster gebe es mit über 50 Kliniken fast nur katholische Kliniken. Von der Zahl ihrer Mitarbeitenden seien sie ein wesentlicher Bestandteil der Caritas. Insofern seien sie auch ein wichtiger Ort von Kirche, sagt Kessmann. Gemeinsam müssten von daher die aktuellen Entwicklungen kritisch bewertet und gemeinsam Handlungsstrategien entwickelt werden. dh

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