Leiharbeit

„Zeitarbeit muss überflüssig werden“

Christoph Radbruch begrüßt das MDK-Reformgesetz zur Reduzierung von Leiharbeit. Der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes hat noch andere Ideen, um Zeitarbeit zu begrenzen.

Vorsitzender Radbruch © DEKV/Hans-Christian Plambeck

  • Das MDK-Reformgesetz sei zu begrüßen, da es die Refinanzierung von Leiharbeit im Krankenhaus einschränke, lobt Radbruch.
  • Daneben könnten flexible Arbeitszeiten und verlässliche Dienstpläne Zeitarbeiter zurückholen.
  • Zudem seien mehr Ausbildungsplätze in der Pflege nötig.

„Wir unterstützen alle gesetzlichen Regelungen, die gewerbliche Leiharbeit mittelfristig überflüssig machen“, erklärt Christoph Radbruch. Das MDK-Reformgesetz begrenze die Refinanzierung von Leiharbeit im Krankenhaus, da im Pflegebudget nur die Kosten der Tariflöhne, nicht aber zusätzliche Ausgaben wie die Dienstleistungskosten des Vermittlungsunternehmens enthalten seien.

Attraktive Arbeitsbedingungen könnten Leiharbeiter zurückholen

Um Pflegefachkräfte aus der Leiharbeit zurück an die Krankenhäuser zu holen, müssten Kliniken die Arbeitgeberattraktivität erhöhen, so der Vorsitzende. Dazu gehörten flexible Arbeitszeitmodelle, verlässliche Dienstpläne und Urlaubsregelungen sowie Fort- und Weiterbildungen. Viele christliche Krankenhäuser setzen solche Maßnahmen bereits heute um.

DEKV fordert zehn Prozent mehr Ausbildungsplätze in Pflege

„Darüber hinaus können wir mit attraktiven Arbeitsbedingungen mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege gewinnen“, sagt Radbruch. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) will deshalb das Angebot an Ausbildungsplätzen in der Pflege um zehn Prozent erhöhen.

Zeitarbeit kann Zusammenarbeit belasten

Radbruch zufolge hat Leiharbeit im Krankenhaus viele unerwünschte Nebeneffekte. So müssten festangestellte Mitarbeitende unattraktive Schichten übernehmen, da Leiharbeiter bestimmen könnten, wann sie arbeiten. Die Stammbelegschaft müsse sich immer wieder auf neue Mitarbeitende einstellen. „Das kann die Organisation und Zusammenarbeit in den Pflegeteams belasten“, sagt der Vorsitzende.

Leiharbeiter verursachen oft zusätzliche Arbeit

Mehrarbeit für die Stammbelegschaft ergebe sich auch, weil die Kolleginnen und Kollegen auf Zeit die Abläufe auf den Stationen nur eingeschränkt kennen würden. Zum Beispiel hätten sie aus datenschutzrechtlichen Gründen keinen Zugriff auf das Dokumentationssystem. Der Aufbau einer Patientenbeziehung sei für Leiharbeiter nur eingeschränkt möglich. Trotzdem seien zurzeit viele Häuser auf Leiharbeit angewiesen, um Personallücken durch Krankheit, Urlaub, Fortbildungen und Fachkräftemangel auszugleichen.

Der DEKV vertritt über 200 evangelische Kliniken an mehr als 270 Standorten. Die Krankenhäuser beschäftigen über 120.000 Mitarbeitende und machen einem Umsatz von 10 Milliarden Euro. br

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