Konzertierte Aktion Pflege

Wohlfahrtsverbände warnen vor Planungslücken

Die ‚Konzertierte Aktion Pflege‘ hat Ergebnisse vorgelegt. Die Wohlfahrtsverbände weisen auf Stolpersteine bei der Umsetzung hin. Kritik kommt von den privaten Anbietern.

  • Caritas will sichere Refinanzierung.

  • Diakonie nimmt Länder und Kommunen in die Pflicht.

  • Aktionsplan will mehr Geld und Personal für die Pflege.

Die Wohlfahrtsverbände reagieren zurückhaltend auf die Ergebnisse der ‚Konzertierte Aktion Pflege‘ (KAP) von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). „Die Einrichtungen brauchen Zeit, um die Maßnahmen entsprechend realisieren zu können“, mahnt Caritas-Präsident Neher. Weiter müsse eine Refinanzierung der Personalkosten sichergestellt sein und der zusätzliche Aufwand beim Sammeln von Daten in den Pflegesatz- und Vergütungsverhandlungen berücksichtigt werden.

Kommunen sollen sich umfassend kümmern

Die Diakonie will Länder und Kommunen stärker in die Pflicht nehmen. Sie sollen die notwendige Infrastruktur schaffen. „Die Aufgaben der Kommunen beschränken sich nicht auf die Hilfe zur Pflege, sondern beziehen sich auf das Leben der älteren Generation im Ganzen“, sagt Bodo de Vries, Vorsitzender des ‚Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege‘ (DEVAP).

Private fordern Finanzierungskonzept

„Aus Sicht des Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste fehlt bei den Ergebnissen der KAP ganz wesentlich ein Gesamtfinanzierungskonzept“, kritisiert dessen Präsident Bernd Meurer. So seien keine Zahlen vorgelegt worden, wie mehr Personal bei einer Ost-West-Angleichung des Mindestlohns und bei einer Begrenzung der Zuzahlung für die Angehörigen zu finanzieren sei. Auf die Pflegeversicherung oder die Beitragszahler dürften erhebliche Mehrkosten zukommen, warnt der Interessenverband privater Pflegeanbieter.

Die Bundesregierung erhofft sich von der KAP mehr Ausbildung, mehr Personal und mehr Geld für Pflege. Die Ziele sind ein bundeseinheitlicher Tarif, ein am Bedarf orientierter Personalschlüssel, die beschleunigte Anwerbung ausländischer Pflegekräfte und mehr Auszubildende und Ausbildungseinrichtungen. ols

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