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Kinderbetreuung
Aktualisiert am 11.10.2019 - 13:50

Paritätischer Gesamtverband warnt vor Betreuungsnotstand in Kitas

Sachbearbeiterin Marion von zur Gathen © Paritätischer Bundesverband

Das gut gemeinte Gute-Kita-Gesetz werde missbraucht, sagt Marion von zur Gathen, Abteilungsleiterin Soziale Arbeit beim Paritätischen Gesamtverband. Den Mangel an Kita- und Hortplätzen beseitige es jedenfalls nicht.

  • Der Paritätische Gesamtverband rechnet mit einem Bedarf von mindestens einer Million zusätzlicher Betreuungsplätze, die etwa der angekündigte Rechtsanspruch auf Betreuung auch für Schulkinder mit sich bringe.
  • Der Verband fordert bessere Bedingungen im Erzieherberuf und eine verlässliche Finanzierung der Angebote.
  • Das Geld aus dem Gute-Kita-Gesetz werde missbraucht und fließe überwiegend in Beitragsfreiheit.

Laut Schätzungen des Paritätischen Gesamtverbands seien mindestens eine Million zusätzliche Betreuungsplätze in Kitas und Horten notwendig. Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal werde in den kommenden Jahren drastisch steigen. „Der Ausbau muss daher weiter vorangetrieben werden – nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ“, sagt Marion von zur Gathen, Leiterin der Abteilung Soziale Arbeit beim Paritätischen Gesamtverband.

Mittel fließen in Haushaltslöcher

Das gelte auch für die Betreuung von Schulkindern. Der Verband kritisiert, dass die vom Bund bereitgestellten Mittel nicht in die Qualität flössen. Auf der Strecke blieben beispielsweise Investitionen in Ausbildung. „Das gut gemeinte Gute-Kita-Gesetz läuft Gefahr, in der Praxis lediglich zum Stopfen von Haushaltslöchern missbraucht zu werden. Die Qualität droht auf der Strecke zu bleiben“, warnt Marion von zur Gathen. Ein Großteil der Mittel werde zur Refinanzierung einer allgemeinen Beitragsbefreiung eingesetzt, nicht aber für notwendige Verbesserungen der Qualität und der Arbeitsbedingungen der Fachkräfte.  

Insgesamt 5,5 Milliarden Euro steckt der Bund in das Gute-Kita-Gesetz. Er will dabei die Länder und die Eltern entlasten. Das Gesetz ist seit Anfang des Jahres in Kraft. ols

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