AOK-Krankenhausreport

Kliniken wehren sich

Mit einem Gegengutachten reagieren die Krankenhäuser in Deutschland auf massive Kritik der AOK. Die Krankenkasse wirft den Kliniken in ihrem ‚Krankenhausreport 2013‘ vor, in den vergangenen Jahren immer häufiger kostspielige Operationen durchgeführt zu haben. Viele seien zwar wirtschaftlich lukrativ, aus medizinischer Sicht jedoch völlig unnötig gewesen.

BERLIN „Behauptungen, Krankenhäuser würden aus ökonomischen Gründen und unnötig Patienten operieren, haben keine Grundlage“, hält Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dagegen. Er verweist auf die demographische Entwicklung und die immer größer werdende Zahl älterer Menschen, um die OP-Zahlen zu rechtfertigen.

Laut AOK-Report seien es vor allem Wirbelsäulen-Operationen, sowie Eingriffe am Herzen, die in den vergangenen Jahren zu hunderttausenden unnötigerweise vorgenommen worden sein sollen. Für ihre Studie wertete die Krankenkasse Patientendaten der Jahre 2005 bis 2011 aus.

Medizinische Eingriffe durch QM-Naßnahmen rechtfertigt

Diesen Vorwurf will Dänzer nicht stehen lassen. Viele Leistungsbereiche, in denen den Krankenhäusern beliebige Fallzahlsteigerungen vorgeworfen werden, seien Gegenstand von bundesweiten Qualitätssicherungsmaßnahmen, bei denen die Indikationsstellung gezielt überprüft werde. Operationen, die aus medizinischer Sicht nicht nötig seien, fielen somit durchs Raster. „Auch hier zeigen die deutschlandweiten Fallerhebungen im Bereich der Hüft- und Knie-Endoprothesen, der Herzschrittmacher und der Eingriffe mittels Herzkatheter, dass die Leistungserbringung auf absolut solider Indikationsstellung erfolgt“, so Dänzer.

Ständige Kontrollen schließen unnötige OPs aus

Zudem verweist der DKG-Präsident auf ständige Kontrollen durch den Medizinischen Dienst. Mehr als zehn Prozent aller Krankenhausleistungen würden dabei konkret überprüft, so Dänzer, „auch vor diesem Hintergrund laufen die Behauptungen, die Krankenhäuser würden medizinische Leistungen erbringen, die nicht notwendig sind, ins Leere.“

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