Krankenhausfinanzierung

Jährliche Pauschale ist nur ein Pflaster

Krankenhäuser in ländlichen Regionen erhalten ab kommenden Jahr 400.000 Euro zusätzlich. Bernadette Rümmelin, Cheflobbyistin der katholischen Kliniken, geht das nicht weit genug.

KKVD-Geschäftsführerin Rümmelin © KKVD

  • 120 Krankenhäuser in ländlichen Regionen bekommen ab kommenden Jahr 400.000 Euro zusätzlich.

  • Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands kritisiert den Zuschuss als unzureichend.

  • Die Interessenvertretung stellt die Finanzierung von Krankenhäusern insgesamt in Frage.

Die pauschale Förderung von 120 Krankenhäuser mit je 400.000 Euro sollte nicht überbewertet werden, sagt Bernadette Rümmelin. „Diese jährliche Pauschale ist nur ein Pflaster, kuriert aber nicht die Grunderkrankung des Finanzierungssystems“, so die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (KKVD). Die Länder müssten endlich ihren Investitionsverpflichtungen nachkommen. Hierzu brauche es einen entschlossenen Kraftakt von Bund und Ländern.

Fallpauschalen-System bringt Kliniken an Grenzen

Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass Krankenhäuser ihre Versorgungsaufträge erfüllen und den Mitarbeitern Tariflöhne bezahlen kann, ohne wie im Hamsterrad für stetes Mengenwachstum sorgen zu müssen. Vor allem die Häuser der Grund- und Regelversorgung geraten geriete im Fallpauschalen-System an ihre Grenzen. „Daher sind immer wieder neue Pflaster nötig“, so Rümmelin.

Am Bedarf vor Ort orientieren

Strukturveränderungen in der Krankenhauslandschaft seien nötig. Eine Konzentration auf große Superversorger werde die Probleme aber nicht lösen. Um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung flächendeckend aufrecht zu erhalten, müsse die Krankenhausplanung ländliche Regionen stärker in den Blick nehmen und sich am Bedarf vor Ort orientieren. „Es wäre absurd, wenn man jetzt Strukturen abbaut oder finanziell ausbluten lässt, die in wenigen Jahren wieder gebraucht werden, um für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen“, sagt die Lobbyisten weiter.

Geld kommt stammt aus Pflegezuschuss

Ab kommenden Jahr werden jährlich rund 48 Millionen Euro an Krankenhäuser in ländlichen Regionen ausgeschüttet. Die Mittel verteilen sich auf 120 Krankenhäuser, die je 400.000 Euro erhalten. Das haben Deutsche Krankenhausgesellschaft und die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen vereinbart. Das Geld stammt aus freigewordenen Mittel des bisherigen Pflegezuschuss. Der Pflegezuschuss für Krankenhäuser konnte entfallen, da die Krankenkassen die Pflege am Bett jetzt voll refinanzieren. dh

zurück | drucken

Frage des Monats

Kritiker bemängeln, dass die Bundesländer die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) verschleppen. Scheitert das BTHG?

Ja

Nein


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Employer Branding

Wie Sozialunternehmen heißbegehrte Bewerber zu sich locken

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Unser Wohlfahrt Intern E-Paper

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen