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Pandemieprämie
Aktualisiert am 08.04.2020 - 11:50

„Eine bundesweite Regelung ist notwendig“

Stellvertretender Vorsitzender Morell © KKVD, Jens Jeske

Ingo Morell fordert eine bundesweite Regelung für Prämienzahlungen an Pflegekräfte. Der stellvertretende Vorsitzende des katholischen Krankenhausverbands liefert auch Ideen für die Refinanzierung.

  • Pflegekräfte sollten bundesweit eine Prämie erhalten, fordert Ingo Morell, der stellvertretende Vorsitzende des KKVD.

  • Die Krankenhäuser könnten die Kosten aber nicht selber tragen, erklärt Morell.

  • Die Bundesregierung solle den Krankenhaus Schutzschirm für die Bonuszahlungen ausweiten.

Pflegekräfte sollten bundesweit von einer Prämie profitieren. Das forderte der Katholische Krankenhausverband Deutschland (KKVD), nachdem die Staatsregierung von Bayern angekündigt hatte, Pflegekräften 500 Euro als Bonus für ihr Engagement während der Pandemie auszuzahlen. „Es ist richtig, ihnen schnell und unbürokratisch einen Bonus für ihren engagierten Einsatz zu zahlen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des KKVD Ingo Morell. Dafür sei aber eine bundesweite Regelung notwendig, damit die Zahlung für alle steuer- und abgabenfrei sein könne.

Bonus kostet mindestens eine halbe Milliarde

Mitglieder der Bundesregierung hatten einen Richtwert von 1500 Euro vorgeschlagen. Erhielten bundesweit die rund 328.000 Vollzeit-Pflegekräfte in Krankenhäusern den Zuschlag, erwartet der KKVD Kosten in Höhe von etwa einer halben Milliarde Euro. Die wirtschaftliche Situation sei aufgrund der Corona-Krise enorm angespannt, klagt Morell. Daher solle der Schutzschirm der Bundesregierung bei den Bonuszahlungen helfen.

„Bei der Abgrenzung sollten Berufsgruppen mit besonderen Risiken und niedrigen Einkommen besonders in den Fokus genommen werden“, sagte Morell. Das betreffe nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch andere Berufsgruppen wie den Rettungsdienst oder Reinigungskräfte.

Der KKVD vertritt mit 400 Standorten laut eigenen Angaben rund ein Fünftel aller Krankenhäuser in Deutschland. Dazu gehören 344 Allgemein- und Fachkliniken und 56 Reha-Einrichtungen. Rund 200.000 Mitarbeitende arbeiten in den Einrichtungen des KKVD. ct

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