MDK-Reform

Caritas kritisiert pauschale Strafen für Kliniken

25.000 Mitarbeiter in den 55 katholischen Kliniken im Bistum Münster würden kriminalisiert, sagt Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Schuld seien die neuen Regeln zu Prüfungen durch den MDK.

Caritasdirektor Knessmann © Caritasverband für die Diözese Münster

  • Kliniken drohen künftig 300 Euro Strafe pro Fall, sollte der Medizinischen Dienst der Krankenkassen Abrechnungen beanstanden.

  • Bei den betroffenen Rechnungen gehe es aber nicht um Falschabrechnungen, sondern um unterschiedliche Bewertungen, kritisiert Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.

  • Bundesweit könnten 1,25 Millionen Fälle betroffen sein.

Der Diözesancaritasverband kritisiert das neue MDK-Reformgesetz scharf. Die Umsetzung bedrohe  die Finanzierung der Krankenhäuser, sagt Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Jede Krankenhausrechnung könnte pauschal 300 Euro pro Fall kosten, wenn der Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) die Rechnung beanstandet. Häufig gehe es dabei jedoch gar nicht um Falschabrechnungen, sondern nur unterschiedliche Bewertungen, sagt Kessmann. Nach Berechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft wären bundesweit 1,25 Millionen Fälle betroffen.

Streit um Aufenthaltsdauern

Der MDK beanstande vor allem vermeintliche Fehlbelegungen, erläutert Kessmann. Über die Gründe für die Aufenthaltsdauer eines Patienten müssten sich die Kliniken immer wieder mit den Prüfern auseinandersetzen. Häufig werde dieser Streit erst Wochen und Monate nach Entlassung nach Aktenlage geführt und entschieden.

Selbst wenn medizinisch ein längerer Aufenthalt in der Klinik nicht mehr erforderlich wäre, sei häufig eine Entlassung nicht möglich, weil es keine Plätze in nachstationären Versorgungseinrichtungen wie zum Beispiel Altenheimen gebe. Die Krankenhäuser seien aber verpflichtet, die Überleitung dorthin sicherzustellen. Mithin blieben sie auf den Kosten für die erbrachten Leistungen sitzen "und müssen obendrein noch Strafe für den gesetzlich vorgegebenen Versorgungsauftrag zahlen", kritisiert Kessmann.

Konfessionelle Kliniken immer mehr unter Druck

Für kleinere und mittelgroße und besonders für konfessionelle Krankenhäuser werde es immer schwieriger, einen kostendeckenden Betrieb aufrechtzuerhalten und die erforderlichen Investitionen zu stemmen. Nach dem aktuellen Krankenhaus-Rating-Report sei die Lage schon jetzt stark angespannt, warnt der Caritasdirektor. 28 Prozent aller Kliniken bundesweit verbuchen einen Jahresverlust, zwölf Prozent droht die Insolvenz. dh

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