Strategie

Wandel aktiv gestalten

Die Digitalisierung wird soziale Dienstleistungen tiefgreifend verändern. Menschen, die schon heute online einkaufen, Musik hören oder ihre Bankgeschäfte abwickeln, werden künftig auch soziale Dienstleistungen digital nachfragen. Für Sozialunternehmen wird die eigene Digitalstrategie immer wichtiger.

Sozialinformatiker Kreidenweis auf der Consozial © Wohlfahrt Intern

NÜRNBERG – „Gerade große Organisationen ab 1500 Mitarbeitern messen der Digitalisierung eine große Bedeutung zu“, sagte Helmut Kreidenweis, Professor für Sozialinformatik an der katholischen Uni Eichstätt auf der Branchenmesse Consozial. Sie würden bereits an eigenen Strategien arbeiten. Kleinere Einrichtungen in der freien Wohlfahrtspflege bräuchten dagegen viel mehr Unterstützung ihrer Spitzenverbände.

Führungskräfte müssen Digitalisierung leben

Führungskräfte stehen bei der Entwicklung und Umsetzung einer Strategie vor zahlreichen Herausforderungen. Sie müssten den Mitarbeitern vermitteln, was ihnen die Digitalisierung bringe, so Kreidenweis weiter. Es bedürfe Weiterbildungen und einem besonderen Fokus in der Ausbildung. Weiter bräuchten Führungskräfte eine gewisse Haltung zum Thema. „Sie müssen selbst digital kompetent sein“, sagte der Experte.

Träger sollten Dienstleistungen künftig radikal vom Kunden aus denken. Noch zu oft scheiterten gute Ideen, weil sie sich nicht herkömmlich refinanzieren ließen. Diese alte Sozialstaatsdenke müsse überwunden werden, forderte Kreidenweis. Mitarbeiter sollten ihre Ideen im Unternehmen einbringen können, mehr Zeit für Experimente haben und auch scheitern dürfen.

Austausch zwischen den Trägern fördern

Der Experte empfahl den Führungskräften, öfter mit Hochschulen und Start-Ups zu kooperieren, um sich darüber Anregungen von außen zu holen. Von den Spitzenverbänden forderte er eine Plattform, in der sich Träger und Einrichtungen über ihre Digitalisierungsprojekte austauschen können. „Da gibt es bisher viel zu wenig“, so Kreidenweis.

Führungskräfte sollten bei bedeutenden Investitionen nicht mehr nur Beton und Blech vor Augen haben, sondern auch moderne Technik und digitales Know-how. Sie sollten sich über Förderquellen informieren. Schließlich müssten Träger die klassische IT auf den neuesten Stand bringen, um im zweiten Schritt die Prozesse digitalisieren zu können.

Digi-Day veranstalten

Als Einstieg in eine eigene Digitalstrategie empfahl der Experte, einen Digi-Day mit Führungs- und ausgewählten Fachkräften. In dem Workshop könnten die Teilnehmer klären, was die Digitalisierung für die eigene Organisation bedeute. Gruppen könnten Vorschläge für Arbeitsfelder wie Alten-, Behinderten- oder Kinder- und Jungendhilfe sowie Öffentlichkeitsarbeit machen. In einem abschließenden Plenum könnten die Teilnehmer dann Ziele benennen, diese priorisieren und Vorschläge zur Umsetzung machen. dh

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