Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit

Politik muss digital mehr gestalten

Deutschland muss bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens seine Ansprüche hochschrauben. Jenseits der großen Worte braucht es konkrete Umsetzung. Hier sei laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor allem die Politik gefordert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn © WISO/Schmidt-Dominé

BERLIN - Spahn sprach zur Eröffnung des diesjährigen Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit über seine Pläne für die aktuelle Legislaturperiode. Schwerpunkt seiner Rede war die Digitalisierung. Sie ist auch das dominierende Thema auf dem diesjährigen Kongress, der unter dem Motto „Digitalisierung und vernetzte Gesundheit“ steht. An drei Tagen treffen sich mehr als 8000 Entscheidungsträger aus Politik, Gesundheitswirtschaft und Forschung und diskutieren in mehr als 150 Veranstaltungen mit rund 600 Referentinnen und Referenten aktuelle Herausforderungen in der Branche.

Gesundheits-Apps erstatten

„Die Voraussetzungen für ein digitales und vernetztes Gesundheitswesen gibt es schon“, sagte Spahn. Die schleppende Entwicklung der Telematikinfrastruktur, der Datenautobahn für das Gesundheitswesen, habe in den letzten Jahren immer wieder für Frustration gesorgt. Nun sei man aber dabei, alle Arztpraxen und andere Akteure anzuschließen. Doch das sei nur ein erster Schritt. „Apps und digitale Anwendungen mit einem nachweisbaren Nutzen für die Patienten müssen wir schnell in die Erstattung der Krankenversicherung bekommen“, betonte der Minister.

Digitale Angebote selbst entwickeln

Deutschland müsse Spahn zufolge im Bereich digitale Gesundheitsangebote offensiver agieren. Google und Amazon würden vermehrt Produkte auf den Markt bringen. „Da ist die Frage: Gestalten wir hier mit oder lassen wir das alles von außen kommen?“, sagte der CDU-Politiker. Damit deutsche Unternehmen auf dem digitalen Gesundheitsmarkt gut handeln können, bräuchten sie Rechtssicherheit. „Sie brauchen verbindliche Aussagen, was im nationalen und europäischen Rahmen rechtlich möglich ist und sie brauchen Ansprechpartner für ihre Fragen“, erklärte Spahn.

Wachstumsmärkte für digitale Gesundheitsangebote lägen zurzeit noch in anderen Ländern. Deutschland würde Chancen noch nicht ausreichend nutzen. „Wir sammeln Millionen von Gesundheitsdaten jeden Tag. Wir müssen sie klug vernetzen und nutzbar machen“, unterstrich der Politiker. Daran würde das Gesundheitsministerium zurzeit arbeiten.

Förderung für Investitionen in Technik

Mit einem Förderinvestitionsprogramm will Spahn die Digitalisierung in der Pflege vorantreiben. 30.000 Euro bekommen Pflegedienste und andere Anbieter, die in die Digitalisierung investieren wollen. „Das Geld soll Einrichtungen bei der Anschaffung technischer Ausrüstung unterstützen“, sagte Spahn. sd

zurück | drucken

Frage des Monats

Diakonie-Präsident Ulrich Lillie fordert, akademisch gebildete Pflegekräfte auf dem Niveau von Ingenieuren zu bezahlen. Was halten Sie davon?

sofort umsetzen

als Ziel verfolgen

Gehalt reicht aus

Forderung ist populistisch


Zum Umfrage-Ergebnis

Die aktuelle Ausgabe

Sicherheit

• Risiken einschätzen
• Bedrohungen abwehren
• Datenschutz meistern

weiter

    Leider falsch - wir korrigieren

    Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

    Probleme auf der Webseite?

    Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

     

    Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

    E-Paper hier öffnen