Wohnen

Angemessener Wohnraum muss finanzierbar sein

Die AWO schlägt konkrete Sofortmaßnahmen für erschwinglichen Wohnraum vor. "Wohnen ist ein Grundbedürfnis", sagt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

Vorsitzender Stadler © AWO Bundesverband

BERLIN – Als Sofortmaßnahmen nennt der AWO Bundesvorsitzende ein höheres Wohngeld, eine wirksamere Mietpreisbremse und einen verstärkten sozialen Wohnungsbau. Darüber hinaus sei es notwendig, Energie- und Wasserpreise sozial auszugestalten. Wohngeld und die Kosten der Unterkunft und Heizung müssten außerdem regelmäßig an die Lebensrealität der Menschen angepasst werden, so Stadler.

Mietspiegel überprüfen

In Ballungsgebieten sei die Bevölkerung rund drei Mal so häufig von Wohnraummangel betroffen wie in ländlichen Gebieten. Dort sei eine kritische Betrachtung des Mietspiegels notwendig. Die Geltungsdauer des Mietspiegels solle von derzeit zwei Jahren verlängert werden, damit sich Neuvermietungen in diesem kurzen Betrachtungszeitraum nicht mehr so stark zu Ungunsten der Mieterinnen und Mieter auswirkten.

Mehr sozialer Wohnungsbau

Zudem fordert die AWO, die öffentlichen Investitionen des Bundes zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus zu stärken und den Rückgang des Angebots an Sozialwohnungen zu stoppen. Ebenso solle die Bodenspekulation eingedämmt werden. Derzeit würden sich Spekulationsgewinne in Bau- und Mietpreisen niederschlagen, was zu großen sozialen Problemen führe und die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärfe.

Sieben Prozent haben zu wenig Platz zum Leben

Hintergrund der Forderungen sind die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu überbelegten Wohnungen. Demnach haben sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland zu wenig Platz zum Leben. Die Zahlen zeigten, dass davon besonders armutsgefährdete Personen sowie Alleinerziehende und ihre Kinder betroffen seien, so der Verband. Auch Erwachsene mit ausländischem Pass lebten deutlich häufiger auf engem Raum als Erwachsene aus Deutschland. br

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