Universitätsmedizin Mainz

Rechnungshof kritisiert Übernahme von Diakonieklinik

Die Uniklinik Mainz soll bei der Übernahme des Ingelheimer Diakoniekrankenhauses zu hohe finanzielle Risiken eingegangen sein. Das kritisiert der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz.

INGELHEIM – Es bestehe die Gefahr, dass das Krankenhaus dauerhaft Verluste erwirtschafte, heißt es im Jahresbericht der Behörde. So habe „weder ein tragfähiges Konzept noch eine belastbare Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung“ für die Übernahme vorgelegen. Bereits im ersten Jahr habe die Universitätsmedizin Mainz mindestens 3,4 Millionen Euro gezahlt, um den Betrieb am Laufen zu halten. Es habe zudem keinen Nachweis für den Bedarf der Klinik gegeben, so der Bericht.

Wirtschaftliche Situation angespannt

Schon vor der Übernahme war die wirtschaftliche Lage des Krankenhauses laut Bericht angespannt. Die Bettenauslastung sei von 52,2 Prozent im Jahr 2015 auf 48,1 Prozent im Jahr 2016 gesunken. Die Summe der Fehlbeträge aus den Jahren 2011 bis 2015 habe mehr als 7,2 Millionen Euro betragen. Für das Jahr 2016 sei der damalige Träger des Krankenhauses Agaplesion von einem Fehlbetrag von mindestens zwei Millionen Euro ausgegangen.

Vergabe ohne Wettbewerb

Weitere Fehler sind laut Rechnungshof im Vorfeld der geplanten Übernahme passiert. So seien sämtliche Leistungen „ohne jeglichen Wettbewerb“ vergeben worden. Unter anderem habe die Universitätsmedizin Mainz eine externe Geschäftsführung für 528.000 Euro jährlich beauftragt. Das sei unwirtschaftlich, bemängelt der Rechnungshof.

Die Universitätsmedizin Mainz hatte das Diakoniekrankenhaus Ende 2017 übernommen. Die Stadt Ingelheim hatte sich mit zehn Prozent beteiligt. Im Januar dieses Jahres wurde bekannt, dass die Universitätsmedizin die Klinik wieder abgeben will. br

Hier finden Sie den Auszug aus dem Jahresbericht des Landesrechnungshofs.

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