Fröbel Bildung und Erziehung

Selbstanzeige soll Kinderbetreuung verbessern

Fröbel hat zum äußersten Druckmittel gegriffen: Der Kitaträger hat sich bei der Brandenburger Kitaaufsicht selbst angezeigt. Damit will der Träger klarmachen, dass der Betreuungsschlüssel in vielen Kommunen unhaltbar ist.

Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker © FRÖBEL e. V. 2017, Bettina Straub

BERLIN – Fröbel wirft dem Land Brandenburg vor, Kitas nicht ausreichend zu finanzieren. Vergütet würden die Personalkosten für eine Betreuungszeit von bis zu 7,5 Stunden pro Kind und Tag, darüber hinausgehende  Betreuungszeiten dagegen grundsätzlich nicht. Die Träger müssten längere Zeiten mit demselben Personal meistern.

Mehrbedarf soll finanziert werden

Viele Eltern in Brandenburg benötigten jedoch eine Betreuung von bis zu zehn Stunden, so Fröbel. In einigen Regionen Brandenburgs hätten die Hälfte der Eltern diesen Bedarf. Fröbel fordert die Behörde auf, die refinanzierten Betreuungszeiten daraufhin anzupassen. Allein in den Brandenburgischen Fröbel-Einrichtungen entspricht das einem Personalbedarf von 36 Erzieherinnen und Erziehern.
Fröbel droht damit, ab August keine Verträge mit Betreuungszeiten über 7,5 Stunden mehr abschließen, wenn die Brandenburgische Regierung nicht einlenke.

Potsdam finanziert längere Betreuung

Die Stadt Potsdam sei die einzige in Brandenburg, die den Stundenmehrbedarf refinanziert. „Wir fordern von der Politik Ehrlichkeit und keine Schummeleien beim Personalschlüssel zu Lasten der Kinder sowie der Erzieherinnen und Erzieher“, sagt Geschäftsführer Stefan Spieker. Fröbel habe jahrelang mit der Politik Austausch gesucht, aber jeder zeige dort auf den anderen. „Dieses Pingpong-Spiel muss ein Ende haben“, so Spieker weiter.

Ministerium verweist auf kommunale Verantwortung

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport prüft die Selbstanzeige derzeit. Es verweist aber grundsätzlich darauf, dass Kinderbetreuung eine kommunale Aufgabe sei und das Land nur finanziell unterstütze. Das Bildungsministerium unterstreicht die Verantwortung des Kitaträgers das notwendige Personal vorzuhalten und Schwankungen abzufangen. Fröbel ist eigenen Angaben zufolge Deutschlands größter überregionaler gemeinnütziger Träger von Kindertageseinrichtungen. Der Träger betreut in 160 Einrichtungen in zehn Bundesländern 14.000 Kinder. Fröbel hat 3.300 Mitarbeiter. In Brandenburg betreut der Träger 4.100 Kinder in 37 Kitas. rv

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