U3-Ausbau

DRK zweifelt am eigenen Erfolg

Das Deutsche Rote Kreuz hegt Zweifel, ob es mit seinem Angebot der Nachfrage an U3-Betreuungsplätzen gerecht werden kann. Vor allem in Großstädten sei der Bedarf groß, so der Verband. Internen Zahlen des Verbandes zufolge sei daher unklar, ob er tätsächlich gedeckt werden könne.

BERLIN - Eine DRK-interne Abfrage habe gezeigt, dass es in den Großstädten nach wie vor lange Wartelisten gebe. In sächsischen Großstädten beispielsweise kämen auf einen Krippenplatz teilweise 20 bis 30 Bewerbungen. In ländlichen Regionen hingegen sei die Lage entspannter. Neben den Plätzen für Kinder unter drei Jahren würden weiterhin auch Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren sowie Hortplätze für Grundschulkinder stark nachgefragt.

Hilfe für Alleinerziehende

„Auch wenn der Kita-Ausbau erfreulich vorangeschritten ist, gibt es noch immer Probleme bei den Betreuungszeiten“, kommentiert DRK-Prädident Rudolf Seiters die verbandsinterne Untersuchung. Insbesondere Alleinerziehende seien dringend auf ein flächendeckendes Ganztagsbetreuungsangebot angewiesen – ein Halbtagesplatz oder eine frühe Schließzeit könne hier das das Aus für einen überlebenswichtigen Arbeitsplatz bedeuten, sagt der DRK-Chef. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung müsse daher auch über den Stichtag 1. August hinaus forciert werden.

Wirtschaft profitiert vom Ausbau

Der konsequente Ausbau hätte aus Sicht des DRK auch einen aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht zu vernachlässigenden Nutzen:Eigenen Angaben zufolge hat das DRK in einer gemeinsamen Studie mit dem Bundesfamilienministerium und dem Institut der Deutschen Wirtschaft bereits 2012 festgestellt, dass ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen könnte.

 

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