Pflegebedingungen

Bayerische Träger protestieren

Chefs und Mitarbeiter bayerischer Pflegeheime protestieren derzeit lautstark gegen die Situation in ihren Einrichtungen. Im fränkischen Giebelstadt will die Arche, eine Betreiberin von Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Raum Würzburg, mittels einer Petition die Lage für Mitarbeiter und Bewohner verbessern.

BERLIN – Unter anderem will die Arche mit ihrer Petition eine Verbesserung des Personalschlüssels erreichen, der derzeit bei  12 Patienten zu einer Pflegekraft liege. „Mit diesem Pflegeschüssel können unsere Bewohner auch nicht mehr an der Gesellschaft teilhaben, weil wir dafür überhaupt keine Zeit mehr haben“, so Arche-Geschäftsführer Rolf Müßig gegenüber der Mainpost.  

Träger hofft auf 50.000 Unterstützer

Seine Kritik richtet sich zudem gegen die Praktiken des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen: Der stufe immer häufiger Bewohner in Pflegestufe eins ein, die eigentlich in zwei oder drei gehörten – was eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter bringe. Schließlich wollen Müßig und seine Beschäftigten mit ihrer Petition auch eine bessere Bezahlung erwirken: Derzeit liege der Durchschnittsverdienst bei rund 1700 Euro brutto, so der Chef gegenüber der Mainpost. Wie aus dem Internetauftritt des Trägers hervorgeht, haben bislang rund 12.000 Unterstützer die Petition unterschrieben (Stand: 2. August 2013). In den ausstehenden 127 Tagen sollen es 50.000 werden, hofft die Arche.

Verbandsübergreifende Erklärung in Augsburg

Auch die Altenpflegeeinrichtungen in Augsburg schlagen Alarm. In der schwäbischen Stadt haben trägerübergreifend elf Einrichtungen die sogenannte ‚Augsburger Erklärung zur Pflege‘ unterzeichnet.  Darin fordern sie von Politik und Kostenträgern nicht nur mehr Mittel und bessere Bezahlung, sondern auch einen Bürokratieabbau in der Pflege – damit mehr Zeit für die eigentliche Arbeit zur Verfügung steht. „Wir sehen, dass die Mitarbeitenden in der Pflege bereits heute oft an der Grenze ihrer Belastbarkeit arbeiten“, weist der Rektor der Evangelischen Diakonissenanstalt in Augsburg, Heinrich Götz, auf die aus seiner Sicht dringende Problematik hin.

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