Stiftung Liebenau

Töchter sollen dauerhaft nicht nach AVR bezahlen

Die Stiftung Liebenau will in drei Tochtergesellschaften nicht die Arbeitsvertragsrichtlinien der Caritas anwenden. Im Januar soll die Satzung entsprechend geändert werden.

MECKENBEUREN – Die Satzungsänderung betrifft drei der zwölf gemeinnützigen Tochtergesellschaften der Stiftung Liebenau: 'Liebenau Leben im Alter', 'Liebenau Therapeutische Einrichtungen' und 'Liebenau Dienste für Menschen'. Alle drei Gesellschaften sind schon seit 2011 mit Genehmigung des Bischofs von der Anwendung des Tarifwerks der Caritas befreit. 

Stiftung zieht Wettbewerbsnachteile als Begründung heran

Die Stiftung Liebenau führt finanzielle Gründe an. Die kirchliche Grundordnung bringe Probleme für die wirtschaftliche Stabilität und das unternehmerische Handeln der Stiftung. Insbesondere Vergütungssystematik und Zusatzversorgung führten zu erheblichen Mehrkosten gegenüber anderen, nicht kirchlichen Anbietern.

Die Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes wirft der Stiftung Tarifflucht vor. Die Beschäftigten würden dauerhaft weniger verdienen, wenn die Stiftung nicht nach den Arbeitsvertragsrichtlinien der Caritas bezahle.

Mitarbeiterseite hält Argumente für unglaubwürdig

"Dass eine wirtschaftlich gesunde Tochtergesellschaft der großen Stiftung Liebenau nicht in der Lage sein soll, ein für bundesweit über 650.000 Beschäftigte geltendes und erprobtes Tarifwerk anzuwenden, ist schlicht nicht glaubwürdig", sagt Thomas Schwendele, Vorstandsmitglied der Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes. Wer in der Caritas dabei sein wolle, müsse die Grundordnung anwenden, oder er steige aus und begebe sich konsequent ganz auf den privaten Weg. Parallelgesellschaften innerhalb der Caritas dürfe es nicht geben.

Zur Caritas zählende Träger müssen grundsätzlich die kirchliche Grundordnung einhalten. Dazu gehört auch die Anwendung des kirchlichen Arbeitsrechts. Angaben der Stiftung Liebenau zufolge erlaubt es jedoch die kirchliche Rechtsprechung und die kirchliche Grundordnung nach einem Urteil der Apostolischen Signatur vom März 2010, dass Träger kirchlich sein können, ohne das kirchliche Arbeitsrecht anzuwenden. br

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