Altenhilfe

Verband warnt vor Zusammenbruch der Kurzzeitpflege

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) kritisiert eine unzureichende Versorgungsstruktur. Immer mehr Einrichtungen müssten Anfragen ablehnen, sagt Vorstandsvorsitzender Christian Sundermann.

Vorstandsvorsitzender Sundermann © NEVAP

HANNOVER - Der Vorstand des diakonischen Fachverbandes NEVAP fordert die Pflege- und Krankenkassen sowie das Land Niedersachsen auf, einen Zusammenbruch der Versorgungsstruktur in der Kurzzeitpflege zu verhindern. Stattdessen sollten die Verantwortlichen Anreize schaffen, die Versorgungsstruktur auszubauen. Notwendig seien unter anderem ein pflegegradübergreifender Personalschlüssel sowie zusätzliches Personal für Aufgaben wie Überleitungsmanagement und Beratung.

"Unsere Mitgliedseinrichtungen weisen täglich Anfragen auf Kurzzeitpflege ab", sagt Sundermann. "Sie könnten es nicht mehr verantworten, von den Mitarbeitenden Leistungen im Umfang von Pflegegrad 4 oder 5 abzuverlangen, wenn nur Leistungen für Pflegegrad 2 vergütet werden."

Einrichtungen von Schließung bedroht

In Pflegeheimen würden freie Plätze für sogenannte eingestreute Kurzzeitpflege bereitgestellt, doch freie Plätze gebe es kaum noch. Da die Aufwendungen für Kurzzeitpflege höher seien als in der vollstationären Pflege, böten Pflegeheime die Leistung kaum noch an, um das Personal vor weiterer Arbeitsverdichtung zu schützen.

Noch prekärer sei die Situation in der solitären Kurzzeitpflege. Das Angebot sei nicht flächendeckend ausgebaut. Viele Einrichtungen würden schließen, wenn sich die Zustände nicht zeitnah änderten.

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) ist ein Fachverband der Diakonie. NEVAP vertritt die Interessen von 178 Trägern mit 300 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen in Niedersachsen. br

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