Caritasverband für das Erzbistum Berlin

Obdachlose müssen medizinisch besser versorgt werden

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin fordert eine bessere medizinische Versorgung von Obdachlosen. Viele der Wohnungslosen seien EU-Bürger ohne Krankenversicherung.

Direktorin Kostka © Caritasverband für das Erzbistum Berlin

BERLIN – „Menschen, die auf der Straße leben, müssen medizinisch versorgt werden, egal woher sie kommen“, sagt Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin. Dafür müsse der Gesetzgeber grundlegende Bestimmungen verändern und jedem einen Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglichen. Dies erfordere auch entsprechende Initiativen und Regelungen auf EU-Ebene.

34.000 medizinische Behandlungen im Jahr 2017

Immer mehr Obdachlose würden in Berlin nicht durch medizinische Regelangebote erreicht. Ein Großteil sei nicht krankenversichert. Sie würden in normalen Arztpraxen nicht behandelt und könnten nur als Notfälle in Krankenhäusern kurzfristig versorgt werden. Für sie blieben im Moment meist nur Hilfsangebote sozialer Träger wie das Caritas-Arztmobil. 2016 hätten Träger 27.000 medizinische Behandlungen für Obdachlose in Berlin durchgeführt, 2017 waren es schon 34.000.

Der überwiegende Anteil der Patienten komme aus EU-Ländern. Die meisten EU-Bürger aus Ost- und Südosteuropa hätten in Deutschland keine Krankenversicherung, wenn sie nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Das verschärfe die sozialen Nöte und führe zu einer Verelendung. br

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