Notfallsanitäter

Krankenkassen sollen Kosten für Ausbildung übernehmen

Die Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen müssen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter zahlen, fordert der Landesverband der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Nur dort bestehe das Problem noch.

Rettungssanitäterin mit Petition © JUH LV Nordrhein-Westfalen

KÖLN – In allen anderen 15 Bundesländern sei es bereits gelöst worden, teilt der Landesverband der JUH mit. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig-Holstein beispielsweise habe kürzlich eindeutig und rechtskräftig entschieden, dass die Krankenkassen zahlen müssten. Eine ähnliche Beurteilung erwartet der Landesverband in Nordrhein-Westfalen.

Im ‚Notfallsanitätergesetz‘ ist festgelegt, dass die Krankenkassen die Ausbildung finanzieren müssen. Die Kosten der Ausbildung gelten als Kosten des Rettungsdienstes. Das bestätige auch ein Rechtsgutachten des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, teilt der Landesverband mit.

Übergangsfristen laufen aus

Eine schnelle Übernahme der Kosten sei wichtig, da die Übergangsfristen für die bisherigen Rettungsassistenten und -sanitäter 2021 und 2026 ausliefen. Ab dann dürfen nur noch Notfallsanitäter die Rettungswagen fahren. In Folge der demografischen Entwicklungen und der steigenden Einsatzzahlen drohe sich die Ausbildungsblockade in wenigen Jahren sehr negativ auf den Rettungsdienst in Nordrhein-Westfalen auszuwirken. Schon jetzt herrsche spürbar ein Fachkräftemangel.

Hintergrund ist die Weigerung vieler Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen, die Ausbildung zum Notfallsanitäter zu finanzieren. Eine Rettungssanitäterin der Johanniter-Unfall-Hilfe in Duisburg hatte daraufhin eine Petition gestartet und eine schnelle Lösung gefordert.

Zum Landesverband Nordrhein-Westfalen der Johanniter-Unfall-Hilfe gehören 16 Kreis- und Regionalverbände. Über 4.000 Mitarbeitende arbeiten für den Verband. Der Standort in Duisburg mit 45 Beschäftigten zählt zum nordrhein-westfälischen Regionalverband Rhein-Ruhr. br

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