Arbeitsförderung

Caritasdirektor will mehr Bildung für ältere Hartz-IV-Empfänger

Politik und Wirtschaft sollen das Potenzial älterer Arbeitsloser voll ausschöpfen. Dazu müsse man spezielle Weiterbildungs- und Förderangebote entwickeln und finanzieren, fordert Caritasdirektor Josef Lüttig.

Direktor Lüttig © DiCV Paderborn

PADERBORN – Auch für die Beratung sei mehr Zeit nötig. Das wiederum erfordere einen besseren Betreuungsschlüssel bei den Jobcentern, so Lüttig weiter.

Langzeitarbeitslose brauchen Chancen

In besonderen Härtefällen müsse den betroffenen Menschen auf Wunsch eine entfristete Fortsetzung ihrer öffentlich geförderten Beschäftigung bis zum Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze ermöglicht werden. Ältere Menschen hätten ein Recht darauf, eines Tages aus der Arbeit und nicht aus der Arbeitslosigkeit in Rente zu gehen.

Positiv sei das Teilhabechancengesetz, das ab Januar den Ausbau öffentlich geförderter Arbeitsplätze mit Sozialversicherungspflicht und Arbeitsvertrag möglich mache. "Für ältere Langzeitarbeitslose, die gesundheitliche Probleme oder besondere soziale Schwierigkeiten haben, ist ein solcher Arbeitsplatz oft die einzige realistische Chance, ihr Menschenrecht auf Arbeit zu verwirklichen", sagt Lüttig.

81 Prozent der Älteren sind Langzeitarbeitslos

Grundlage der Forderungen ist ein aktueller Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen. Demnach seien 81 Prozent der Hartz-IV-Empfänger ab 55 Jahren seit mindestens zwei Jahren auf staatliche Unterstützung angewiesen. Bei den unter 55-Jährigen seien es nur 61 Prozent. Gründe seien fehlende oder veraltete berufliche Qualifikationen, aber auch Vorbehalte von Arbeitgebern. Ältere Hartz-IV-Bezieher ab 50 Jahren nehmen laut Bericht zudem seltener an Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung teil als jüngere Hartz-IV-Bezieher.

"Obwohl ältere Arbeitnehmer eigentlich dringend gebraucht werden, findet nur schwer einen Job, wer sich mit 55 Jahren neu bewerben muss", so Lüttig. Doch in diesem Alter hätten die allermeisten Menschen noch rund zehn Berufsjahre vor sich. Es sei unwürdig, ihnen keine Chance mehr auf einen Job zu geben.

Die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen veröffentlichen mehrmals im Jahr den Arbeitslosenreport NRW. Der Bericht basiert auf Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit sowie auf Kennzahlen zu Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und zur Zahl der Personen in Bedarfsgemeinschaften. Die Wohlfahrtsverbände veröffentlichen den Bericht in Kooperation mit dem Institut für Bildungs- und Sozialpolitik (IBUS) der Hochschule Koblenz. br

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