Gute-Kita-Gesetz

Befristung verhindert dauerhafte Verbesserungen

Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann kritisiert die Befristung des Gute-Kita-Gesetzes bis 2022. Es sei unklar, wie Verbände nach den drei Jahren zusätzlich eingestelltes Personal finanzieren sollten.

Direktor Kessmann © DiCV Münster

MÜNSTER - Wichtig für eine bessere Qualität der Betreuung seien mehr Personal und die Freistellung der Leitungen für ihre übergeordneten Aufgaben. Wünschenswert sei zudem eine Stärkung der Aus- und Fortbildung. Dies sei nur mit zusätzlichen Mitarbeitern umzusetzen. Es sei jedoch zweifelhaft, ob die Länder das absehbare Risiko einer Aufstockung nutzen würden.

Einige Länder planten stattdessen, mit dem Geld die Beitragsfreiheit einzuführen. Eine Entlastung der Eltern wäre zwar schön, Investitionen in die Qualität seien aber wichtiger, sagt Kessmann. Von den guten Ansätzen in den ersten Überlegungen zum Gesetz sei nicht mehr viel übriggeblieben. Mit der Befristung sei es eher ein Projekt mit definiertem Ende statt einer dauerhaften Verbesserung.

Qualitätskriterien bundesweit festlegen

Auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hält die zeitliche Befristung der Bundesmittel und die geringe Verbindlichkeit für problematisch. Der Verband bezweifelt, dass bestehende Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern so abgebaut werden können. Die Qualität in der Kindertagesbetreuung könne nur verbessert werden, wenn es eine dauerhafte Unterstützung durch den Bund gebe, sagt Bettina Leonhard, Abteilungsleiterin Soziale Dienste des ASB. Der Verband fordert, zentrale Qualitätskriterien bundesweit einheitlich zu regeln, um insbesondere den Fachkraft-Kind-Schlüssel zu verbessern und mehr Zeitressourcen für Leitungsaufgaben zu schaffen.

Bundestag und Bundesrat haben am vergangenen Freitag das Gute-Kita-Gesetz verabschiedet. Das Gesetz stellt es den Ländern grundsätzlich frei, wofür sie das Geld vom Bund ausgeben, sofern sie sich an zehn vorgegebene Handlungsfelder halten. br

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