Jugendhilfe

AWO will freie Träger stärker einbinden

Eine dringende Verstärkung der Hilfsstrukturen für Kinder und Jugendliche mit Hilfe der freien Träger verlangt die Arbeiterwohlfahrt. Anlass dieser Forderung sind Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach die Inobhutnahmen im vergangenen Jahr einen neuen Rekordstand erreicht haben.

BERLIN - Für über 40.000 Kinder und Jugendliche hätten die Jugendämter demnach 2012 zumindest übergangsweise die Obhut übernehmen müssen – in der Mehrheit der Fälle sogar längerfristig. Nur knapp 40 Prozent der Minderjährigen habe nach der Schutzmaßnahme wieder zu seinen Eltern zurückkehren können.  „Die aktuelle Statistik spiegelt auf drastische Weise wieder, dass sich viele familiäre Strukturen unter einer Dauerbelastung befinden“, kommentiert der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler die Veröffentlichung der Bundesbehörde.

Stärkung der Hilfsstrukturen aus Verbandssicht erforderlich

Dass die Zahl der Inobhutnahmen seit Jahren kontinuierlich steige, weise in seinen Augen aber nicht nur auf eine Überforderung von Eltern hin, sondern zeige, dass auch die Hilfestrukturen dringend verstärkt werden müssten. „Für einen besseren Schutz von Kindern muss die Jugendhilfe besonders in den Jugendämtern personell besser ausgestattet werden, um verstärkt präventiv und planvoll handeln zu können“, so der Verbandschef. Häufig seien die Jugendämter jedoch überlastet und könnten deshalb ihre Gesamtverantwortung nicht stemmen.

Verband weist auf Angebot der freien Träger hin

Die AWO fordert den Ausbau der professionellen Hilfe – und macht dabei auch Werbung in eigener Sache. „Freie Träger haben bei Eltern einen Vertrauensvorschuss“, so Stadler, „ und können oft frühzeitiger als die Jugendämter durch Beratung und Unterstützung helfen.“ Er kritisiert die Kommunen, oftmals auf diese Angebotsstruktur zu verzichten:  Statt reguläre Hilfen zur Erziehung der freien Träger auszubauen, würden von der öffentlichen Hand Eingriffsmaßnahmen und sehr teure Intensivtäter-Projekte finanziert.

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