DRK LV Mecklenburg-Vorpommern

Landtag prüft Honorar für Expertenvortrag

Der DRK Landesverband Mecklenburg-Vorpommern muss sich vor dem Landtag für ein Vortragshonorar von knapp 10.000 Euro rechtfertigen. Das DRK hatte den Hirnforscher und Psychiater Manfred Spitzer zu einer Veranstaltung eingeladen.

SCHWERIN - Dem NDR zufolge referierte Spitzer im September 2014 vor mehr als 100 Erzieherinnen unterschiedlicher Träger. Die Veranstaltung zum Thema Sprachförderung bei Kindern habe insgesamt fünf Stunden gedauert, berichtet das NDR Landesstudio Mecklenburg-Vorpommern weiter. Damit hätte der Forscher in einer Stunde in etwa soviel verdient, wie eine junge Erzieherin im Monat.

Mit dieser Angelegenheit beschäftigt sich auch der parlamentarische Untersuchungsausschuss, den der Landtag beauftragt hat. Das Gremium soll die Landesförderungen der Verbände untersuchen, nachdem der NDR nach eigenem Bekunden im vergangenen Jahr in hohem Maße ungeprüfte Mittelvergaben aufgedeckt hat.

Der Linken-Politiker Torsten Koplin hält das Honorar für überzogen. "Was die Höhe eines angemessenen Honorars betrifft, so gilt hier wie an anderer Stelle: Es ist eine Frage des Vergleichs", so Thomas Koplin. Der Preis für das Engagement des Hirnforschers entspreche dagegen Entgelten, die bei Banken gezahlt werden, nicht aber in der Wohlfahrt, sagt der Politiker. Das DRK verteidigt sich indes, die Honorarhöhe für den Vortrag im April 2014 in Wismar sei angemessen gewesen. 90 Prozent der Gäste hätten dem Vortrag in ihren Feedbackbögen eine hohe Praxisrelevanz bescheinigt.

DRK sieht Mehrwert als entscheidendes Argument

Bei der Entscheidung, ob das DRK mit einem Referenten zusammenarbeite, sei es für den Verband von entscheidender Bedeutung, ob ein Mehrwert für die Teilnehmer und später für die Klienten und deren Angehörige zu erwarten sei, sagt ein Sprecher des Landesverbandes. Das Engagement von Professor Spitzer habe die Erwartungen voll erfüllt. ols

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