Pflegeausbildung

Verbände machen konkrete Vorschläge

Die Wohlfahrtsverbände reagieren auf die Zwischenbilanz der ‚Konzertierten Aktion Pflege‘. Außer Lob gibt es viele Vorschläge, um die Pflegeausbildung zu stärken.

BERLIN - Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie, begrüßte die ‚Ausbildungsoffensive Pflege‘  als einen ersten wichtigen Schritt für mehr Mitarbeiter in der Pflege. „Mehr Ausbildungsplätze bereit zu stellen, Umschulungen für die Pflege zu erleichtern und Hochschulqualifikationen zu ermöglichen sind wichtige Schritte für Karriereplanungen in der Pflege“, unterstrich Loheide. Die Umsetzung könne jedoch nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingen, betonte sie.

Weiter plädierte Loheide für eine Reform der Pflegeversicherung, die nicht auf Kosten von Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen gehen dürfe. „Angesichts der demographischen Entwicklung muss die Pflege auch zukünftig eine hohe Priorität auf der politischen Tagesordnung behalten und für Mitarbeitende weiter attraktiv und zukunftsorientiert aufgestellt werden“, sagte Loheide.

Anschubfinanzierung für Pflegeschulen gewährleisten

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt begrüßte ebenfalls das Ergebnis der ‚Konzentrierten Aktion Pflege‘. Sie sprach sich allerdings für eine Anschubfinanzierung für die Pflegeschulen aus. Hinsichtlich der Verantwortung dafür spielten Bund und Länder den Ball hin und her. „Der Streit zwischen Bund und Ländern darf jedoch nicht auf dem Rücken der Pflegeschulen ausgetragen werden“, mahnte Hasselfeldt an. Sonst bestehe die Gefahr, dass Ausbildungsplätze wegfallen oder Schulen geschlossen werden.

Die Ausbildung sei zentral, wenn es darum ginge, den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, führte Hasselfeldt weiter aus. Darüber hinaus seien die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte insgesamt weiter zu verbessern. Sie warnte ausdrücklich davor, den Pflegeberuf schlecht zu reden und forderte mehr gesellschaftliche Anerkennung. 

Krankenhäuser bei Bewerbergewinnung unterstützen

Mit der ‚Ausbildungsoffensive Pflege‘ sei ein wegweisender Schritt getan, den Mangel an Pflegefachkräften in Krankenhäusern zu bekämpfen, geht aus einer Stellungnahme des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV) hervor. Die evangelischen Krankenhäuser unterstützen die geplante Steigerung der Zahl der schulischen und akademischen Auszubildenden und der Ausbildungsplätze in der Pflege um zehn Prozent bis 2023.

Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV) betonte die Wichtigkeit, mehr über den neuen generalistischen Pflegeberuf zu informieren. „Die nun gestartete bundesweite Kampagne wird auch die evangelischen Krankenhäuser bei der Bewerbergewinnung unterstützen", ist Radbruch überzeugt. Weiter will sich der Verband für eine Verringerung der Zahl der Ausbildungsabbrüche engagieren. 

Zehn Prozent mehr Auszubildende  

Das Zwischenergebnis der von großen Koalition eingerichteten ‚Konzertierten Aktion Pflege‘ sieht Maßnahmen vor, um dem Personalmangel in der Pflege zu begegnen und die Pflegeausbildung attraktiver zu machen. So soll die Zahl der Auszubildenden in den kommenden Jahren um zehn Prozent steigen. Außerdem sollen Pflegeschulen 5000 zusätzliche Plätze für Weiterbildungen und Fortbildungen bereitstellen, um vor allem Pflegekräfte, die aus dem Beruf ausgeschieden sind, zurückzugewinnen. 

Arbeitsbedingungen spürbar verbessern

Die 'Konzertierte Aktion Pflege' wurde am 3. Juli vergangenen Jahres von den Bundesministern Franziska Giffey (SPD), Hubertus Heil (SPD) und Jens Spahn (CDU) ins Leben gerufen. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren im Sozialsystem die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften spürbar zu verbessern und die Ausbildung in der Pflege zu stärken. rs

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