Migranten

IAB: Qualifikation von Migranten zu gering

Die Qualifikation der Migranten in Deutschland ist für den Arbeitsmarkt zu niedrig. Im Jahr 2000 waren 61 Prozent der Einwanderer nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nur gering qualifiziert.

NÜRNBERG - Über eine mittlere Qualifikation verfügten nur 14 Prozent der Migranten. Nur jeder Vierte erreichte eine hohe Bildung mit mindestens 13 Jahren Schulausbildung. Der Grund sei, so die Experten eine verfehlte Einwanderungspolitik in Deutschland. In den Ländern Australien, Kanada und USA werde die Zuwanderung nach Humankapitalkriterien gesteuert. Dort sei die Qualifikation der ausländischen Bevölkerung höher. In Kanada liege der Anteil der höher gebildeten Migranten beispielsweise bei 59 Prozent.

 

Die bisherige Einwanderungspolitik in Deutschland habe die Arbeitsmigration weitgehend beschränkt. Stattdessen finde die Einwanderung in Form von Familienzusammenführungen statt. Das Institut schlägt deshalb vor, die Zuwanderung nach einem Punktesystem wie in Kanada, Australien und den USA zu steuern. Ein vergleichbares Ergebnis brächte die Vergabe einer Blue Card, wie sie von der Europäischen Kommission im Jahr 2007 vorgeschlagen wurde. Einwanderer erhalten demnach eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung wenn sie einen Arbeitsvertrag vorweisen können. Das Monatseinkommen müsse jedoch mindestens das Dreifache des Mindestlohns betragen und der Einwanderer über ein Hochschulstudium oder über Berufspraxis verfügen. Eine bessere Aus- und Fortbildung von Migranten und ihren Kindern verändere die Qualifikationsstruktur dagegen nur langfristig. Mit einer neuen Einwanderungspolitik rechnen die Experten nur mittel- bis langfristig mit einer besseren Qualifikation ausländischer Bürger.

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