Caritasverband Hagen

Kündigung wegen zweiter Ehe ungültig

Die zweite Ehe ist kein Kündigungsgrund. Das ist das Urteil des Arbeitsgerichtes Hagen. Der Caritasverband Hagen muss einen Mitarbeiter weiter beschäftigen, dem er nach der Wiederheirat gekündigt hatte.

HAGEN – Der Westfalenpost zufolge war seine Ehe nach 20 Jahren Ehe geschieden worden, im Juli 2017 habe er dann erneut geheiratet. Im August sprach ihm der Träger deshalb eine schriftliche Kündigung zum März 2018 aus.

Mit der zweiten Ehe hat der Beschäftigte die sogenannten Loyalitätsobligenheiten verletzt, die für Mitarbeiter der katholischen Kirche und ihren Einrichtungen gelten. Das kirchliche Arbeitsrecht beurteilt diese auch nach ihrer persönlichen Lebensführung. Danach kann der kirchenrechtlich unzulässige Abschluss einer Zivilehe „ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis“ darstellen, heißt es in der Grundordnung des kirchlichen Dienstes. In diesem Fall behält sich die Kirche Kündigungen vor.

Laut Westfalenpost habe das Gericht jedoch bemängelt, dass die Caritas vor dem Ausspruch der Kündigung keine ausreichende Interessenabwägung durchgeführt habe. Zudem sei nicht näher dargelegt worden, warum die Heirat ein erhebliches Ärgernis darstellt. 

Über 20 Jahre beschäftigt   

Die Caritas muss dem Kläger rund 6.000 Euro Lohnausstände nachzahlen und zu unveränderten arbeitsrechtlichen Bedingungen weiterbeschäftigen. Der Verband teilt mit, das Urteil der deutschen Gerichtsbarkeit akzeptieren zu wollen. Unter Vorbehalt des rechtskräftigen Urteils werde der betroffene Mitarbeiter weiterhin dem Urteil entsprechend beschäftigt.

Der Arbeitnehmer ist seit 1992 bei dem Träger beschäftigt. Dort leitete er eine Behindertenwerkstatt, später stand er einem Wohnhaus für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen vor. Zuletzt war er mit Recherchen und Konzeptentwicklungen befasst. Jh

AG Hagen: Ca 1055/18


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