Caritas im Bistum Münster

Generalistik wird zum Kraftakt

Die generalisierte Ausbildung ist ein Kraftakt für die Pflege, meint der Diözesancaritasverband Münster. Erschwerend käme hinzu, dass die Koalitionsbildung in Berlin so lange gedauert hätte.

Pflegerin im Einsatz: Die gemeinsame Ausbildung soll einen Wechsel zwischen den Bereichen ermöglichen

MÜNSTER - Allein in Nordrhein-Westfalen betreffe der Abschied von den bislang getrennten Berufsbildern in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege 40.000 Auszubildende. 350 Pflegeschulen, ebenso viele Krankenhäuser sowie rund 5000 Altenheime und Pflegedienste müssen ihre Ausbildungspläne neu ausrichten, so das Resümee der Caritas über eine dreitägige Fachtagung zu dem Thema, die ingesamt 450 Teilnehmer besuchten.

Finanzierung der Altenpflege anpassen

Auch die Finanzierung, die bislang in zwei getrennten Systemen läuft und wesentlich geringere Beträge für die Altenpflege vorsieht, müsse angepasst werden, erklärt Jörn Suermann, Referent des Diözesancaritasverbandes Münster. Damit die chronisch unterfinanzierten Fachseminare sich umstellen könnten, müsse aus Sicht der Caritas die Landesförderung spätestens 2019 von 280 auf den gegenwärtig kostendeckenden Satz von 490 Euro angehoben und zudem um eine Anschubfinanzierung ergänzt werden.

Wahlmöglichkeit als Vorteil

Dass die gemeinsame Pflegeausbildung es künftig Mitarbeitern ermöglicht, zwischen den verschiedenen Arbeitsfeldern zu wechseln, sieht die Caritas als großen Vorteil. Allerdings sei die ursprünglich klare Linie im Gesetz durch einen Kompromiss verwässert worden, der die Umsetzung deutlich komplizierter mache: Nach zwei gemeinsamen Jahren könnten sich die Pflegeschüler unter bestimmten Voraussetzungen doch wieder spezialisieren. Davon rät die Caritas ab.

Mittel und Lehrkräfte fehlen

Zusätzlich zur Umstellung der Ausbildung wolle die Politik eine deutliche Erhöhung der Kapazitäten, um die absehbar benötigten Pflegemitarbeiter ausbilden zu können: „Das unterstützen wir gerne, die Ausweitung darf aber nicht zu Lasten der Qualität gehen“, sagt Caritas-Referent Jörn Suermann. Derzeit fehlten dafür noch die Investitionsmittel und zusätzliche Lehrkräfte. Genügend Bewerber zu finden, werde nach Ansicht der Caritas nur gelingen, wenn der Pflegeberuf attraktiver wird. Dafür sei die neue Pflegeausbildung ein Baustein. ols

zurück | drucken

Frage des Monats

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Renditen in Pflegeheimen deckeln. Was für eine Rendite ist angemessen?

bis zu zwei Prozent

zwischen zwei und fünf Prozent

zwischen fünf und zehn Prozent

mehr als zehn Prozent


Zum Umfrage-Ergebnis

Die aktuelle Ausgabe

Komplexität

Wie Verantwortliche in wachsenden Organisationen und im wuchernden Sozialrecht den Überblick behalten

weiter

    Leider falsch - wir korrigieren

    Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

    Probleme auf der Webseite?

    Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

     

    Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

    E-Paper hier öffnen