Deutscher Caritasverband

Caritas-Präsident warnt vor Wohnung als Luxusgut

Caritas-Präsident Peter Neher fordert Kommunen, Bistümer und Caritasverbände mit Immobilienbesitz auf, Optionen für bezahlbares Wohnen zu prüfen. „Immer mehr Menschen machen die bittere Erfahrung, dass die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung nahezu aussichtslos ist“, betonte Neher beim gestrigen Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes (DCV) in Berlin.

Caritas-Präsident Neher auf dem Jahresempfang der Caritas in Berlin

BERLIN - Längst habe das Problem die Mitte der Gesellschaft erreicht. Auch kirchliche Wohnungsunternehmen seien gefordert. Der Empfang stand im Zeichen der aktuellen Caritas-Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“.

„Wohnungsnot ist zu einer sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial birgt“, machte Neher deutlich. Zu dieser Problematik habe beigetragen, dass die Zahl sozial gebundener Wohnungen in den vergangenen Jahren drastisch gesunken sei und zu wenig bezahlbarer Wohnraum gebaut wurde, vor allem für Familien und untere Einkommensgruppen. „Wenn die Zusammensetzung im Quartier zunehmend durch den Geldbeutel bestimmt wird, führt dies zum Auseinanderdriften von Milieus und schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Wohnraumoffensive ist zu begrüßen

Es sei daher zu begrüßen, dass die Große Koalition mit einer Wohnraumoffensive, dem Schutz vor unbotmäßigen Mieterhöhungen und dem Baukindergeld für junge Familien Abhilfe schaffen wolle. Auch die Entscheidung, dass der Bund in den Jahren 2020/2021 die Länder mit zwei Milliarden Euro dabei unterstützen wolle, in den Bau von Sozialwohnungen zu investieren, werde begrüßt. „Wichtig ist, dass diese Gelder von den Ländern an die Kommunen ungeschmälert weitergegeben und zweckgebunden verwendet werden“, so Neher.

Eine schnelle Lösung sei bei einem solch komplexen Thema nicht zu erwarten. „Zu erwarten und zu fordern ist aber, dass Bund, Länder und Kommunen entschlossen handeln, um zu verhindern, dass Wohnraum zu einem Luxusgut wird.“

Vier Milliarden Euro für den Wohnungsbau

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer pflichtet dem Caritas-Präsidenten in ihrem Grußwort bei. „Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ist zu einem großen Problem bis tief in die Mitte der Gesellschaft geworden“, sage Kramp-Karrenbauer. Das beste Mittel dagegen sei die schnelle Schaffung von mehr Wohnraum. Deshalb würden in der laufenden Legislaturperiode vier Milliarden Euro für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellen.

„Ein Zuhause zu haben, ist mehr als eine Wohnung zu haben“, führte die CDU-Generalsekretärin aus. Vor allem in ländlichen Raum fehle häufig die Infrastruktur, damit Menschen dort bleiben können. Auch ermögliche ein Zuhause erst ein friedliches Zusammenleben mit allen Gruppen der Gesellschaft. Deshalb müssten auch Geflüchtete mit Bleibestatus schnell eine Wohnung erhalten.

Wohnwagen als Wohnungen für Obdachlose

„Der Besitz einer Wohnung hat viel mit der Würde der Person und der Entfaltung der Familie zu tun“, zitierte der Limburger Bischof Georg Bätzing Papst Franziskus in seinem Grußwort. Bätzing verwies auf die Bemühungen der Kirche, etwa in Frankfurt Wohnraum zu schaffen, etwa über das  Gemeinnützige Siedlungswerk. Der Bischof lobte das Projekt ‚HerausWagen‘, in dem die Caritas mit Wohnwagen 150 Unterkünfte für wohnungslose Menschen in Frankfurt geschaffen habe. „Für viele Menschen sind diese Wohnwagen ein Zuhause“, so Bätzing. irg

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