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Christian Felber
Aktualisiert am 17.10.2018 - 11:57

Ethische Grundsätze in der Wirtschaft verankern

Initiator Felber © Robert Gortana

Christian Felber engagiert sich politisch seit er 15 ist. Mit seinem Konzept der Gemeinwohlökonomie sagt er der ausschließlichen Profitorientierung von Unternehmen den Kampf an.

Alter: 45
Arbeitgeber: selbstständig
Funktion: Initiator der Gemeinwohlökonomie, Publizist, Referent
Ausbildung: Romanische Philologie (Magister), Psychologie, Politikwissenschaft, Soziologie

Zum 60. Geburtstag des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses in diesem Jahr visualisierte Christian Felber das Konzept der Gemeinwohlökonomie in einem zwölfminütigen Tanz. Ein Video der Performance gibt es leider nicht. Aber man kann den 45-Jährigen in Aktion erleben, wenn man bei You Tube seinen Namen und das Wort „Tanz“ eingibt. Bekannt geworden ist Felber nicht als Bewegungskünstler, sondern als Initiator eines neuen ethischen Wirtschaftsmodells, der Gemeinwohlökonomie.

„Das alternative System fußt auf Werten wie Kooperation und Menschenwürde, statt auf Konkurrenz und Gewinnmaximierung“, erklärt Felber. Mit der sogenannten Gemeinwohlbilanz sollen Unternehmen Erfolg nicht mehr primär als monetären Gewinn messen, sondern als Beitrag zum Wohl der Gesellschaft. Felber hat sich schon im Alter von 15 Jahren politisch engagiert, vor allem gegen die Zerstörung der tropischen Regenwälder. Auch Erfahrungen als Kind in der Natur rund um seine Heimatstadt Salzburg waren prägend. „Da hatte ich Erlebnisse der Verbundenheit, die mich angetrieben haben, etwas zur Verbesserung der Welt beizutragen“, erzählt er.

Der Gründer des österreichischen Ablegers des globalisierungskritischen Netzwerks Attac kommt aus keiner Revoluzzer-Familie. Im Gegenteil, er entstamme einem kleinbürgerlichen Standardhaushalt, sagt er. Der Vater war Grundschullehrer, die Mutter Hausfrau. Heute reist Felber durch die Welt und wirbt für eine gerechtere Zukunft. 50 Staaten und 2300 Unternehmen unterstützen mittlerweile sein Projekt. Stuttgart ist eine von mehreren Kommunen, die vermehrt Firmen unterstützen, die eine Gemeinwohlbilanz erstellen. Felber arbeitet daran, dass in Zukunft nicht die billigsten, sondern die ethischsten Unternehmen einen Marktvorteil haben.

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