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Andreas Rickert
Aktualisiert am 17.10.2018 - 15:30

Es kommt auf die Wirkung an

Vorstandsvorsitzender Rickert © Phineo

Mit seinem Analyse- und Beratungshaus Phineo hat Andreas Rickert das Thema Wirkung in den Fokus sozialer Arbeit gerückt. Der studierte Biologe will Förderern so Orientierung bei der finanziellen Unterstützung von Projekten geben.

Alter: 44
Arbeitgeber: Phineo
Funktion: Vorstandsvorsitzender
Ausbildung: Molekulargenetik (Promotion), Biologie (Diplom)

Während seiner Promotion zum Molekularbiologen an der renommierten Stanford University in Kalifornien stellte Andreas Rickert fest, dass er nicht der geborene Forscher ist. „Da muss man geduldig und detailversessen sein, mir liegt eher der Blick für das große Ganze“, sagt er. Dafür hat sich der 44-Jährige auf einem anderen Gebiet einen Namen gemacht. Rickert hat 2009 das Analyse- und Beratungshaus Phineo gegründet, das unter anderem mit einem sogenannten Wirkt-Siegel gemeinnützige Organisationen auszeichnet. Das Siegel soll Geldgebern Orientierung bieten, welche Projekte besonders unterstützenswert sind. „Geben mit Herz und Verstand ist unser Motto“, erklärt Rickert.

Phineo will Vertrauen herstellen und mit seiner Wirkungsanalyse Organisationen dabei helfen, besser zu werden. Über 3000 soziale Organisationen hat Phineo schon analysiert, rund 250 von ihnen haben das Siegel bekommen. „Es dauerte eine Weile, bis unser Augenmerk auf die Wirkung nicht als Bürde gesehen wurde, sondern vielmehr als Stärkung der gemeinnützigen Arbeit“, sagt Rickert. Mittlerweile würden sich jedoch viele Organisationen mit dem Thema beschäftigen und es auf die Tagesordnung setzen.

Schon während seiner Zeit bei der Bertelsmann Stiftung hat sich Rickert mit dem Potenzial zivilgesellschaftlichen Engagements auseinandergesetzt. Die Weltbank hat der Diplom-Biologe einige Jahre bei der Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen beraten. „Ich sehe manchmal mit Bedauern, dass wir von anderen Sektoren als Gutmenschen und Ehrenamtler kleingemacht werden“, sagt Rickert. Doch die Zivilgesellschaft sei viel mehr und müsse mit breiten Schultern und Stolz zeigen, was sie erreichen kann.

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