Tarifpolitik

Diakonie: Mehr Geld für Beschäftigte in Württemberg

Für die fast 45000 Beschäftigten in der Diakonie Württemberg gibt es eine neue Tarifregelung.

STUTTGART - Nach fast fünfjährigen Verhandlungen habe die Arbeitsrechtliche Kommission ein neues Arbeitsvertragsrecht verabschiedet. Das teilt die Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertreungen (AGMAV) mit. Der neue Tarif sieht für die Beschäftigten zum 1. Januar Vergütungserhöhungen vor. Die Vergütungen werden zunächst um einen Sockelbetrag von 50 Euro angehoben, auf die so erhöhten Gehälter gibt es dann eine prozentuale Erhöhung im Januar um 3,1 Prozent, im Juli 2009 werden dann die Gehälter nochmals um 2,8 Prozent erhöht.

Damit sei das Diakonische Werk Württemberg bundesweit das einzige regionale Werk, das die Regelungen des öffentlichen Diensts vollständig übernommen habe, heißt es in der AGMAV-Pressemeldung.

Zusätzlich zu der Übernahme des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD) ermöglicht das neue Arbeitsrecht der Diakonie auch die Anwendung der arbeitsrechtlichen Regelungen des Diakonischen Werkes der EKD. Damit soll es ermöglicht werden, dass die Einrichtungen, die aus Kostengründen die Diakonie verlassen haben, wieder unter das Dach der Diakonie zurückkehren können.

Die jetzt abgeschlossenen Tarifverhandlungen waren bis zu letzt  sehr umstritten. Die Abstimmung über das neue Arbeitsrecht sollte eigentlich bereits am 5.12. erfolgen, mussten aber noch einmal verschoben werden, da vor allem der Vorrang der TVöD – Regelung von den Arbeitgebern bestritten wurde.

Während in der Evangelischen Landeskirche Württemberg schon seit längerem der TVöD die Grundlage des Arbeitsrechtes waren, weigerten sich die Arbeitgeber der Diakonie lange Zeit dieses Tarifrecht anzuwenden. Die Beschäftigten der Diakonie waren deshalb 2007 in den Streik getreten. Mit dem ersten eintägigen Warnstreik in der Kirchengeschichte und mehren großen Demonstrationen, setzten sie sich für die Übernahme des TVöD ein.

Mit dem heutigen Abschluss ist aus Sicht der Arbeitnehmervertretungen ein gangbarer Kompromiss gefunden, der auch in Zukunft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie den Anschluss an die Einkommensentwicklung des öffentlichen Dienstes sichert.

Mit dem abgeschlossenen Kompromiss verbunden ist aber auch die Forderung an die Arbeitgeber, dass diese nun ihre Politik der Tarifflucht und Ausgründung aufgeben. Die Lohnkonkurrenz innerhalb der Diakonie schadet den Einrichtungen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichermaßen. Zurzeit arbeiten bereits mehrere hundert Beschäftigte mit abgesenkten Gehältern in Tochtergesellschaften großer diakonischer Einrichtungen, die nicht Mitglied im Diakonischen Werk sind und deshalb auch nicht verpflichtet sind, den heutigen Tarifabschluss anzuwenden.

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