Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Stadt fordert Gehalt von Ex-Werkstattchefin zurück

Die Stadt Duisburg fordert als Hauptgesellschafter der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung von einer ehemaligen Chefin gut 760.000 Euro Gehalt zurück. Für den Betrieb steht aber noch mehr auf dem Spiel.

  • Die Summe bemisst sich an dem Gehalt, das sich die Geschäftsführerin laut Stadt zu viel gezahlt habe.
  • Chefin soll Gehalt ohne Zustimmung des Aufsichtsrates bezogen haben.
  • Für den städtischen Betrieb steht auch die Gemeinnützigkeit auf dem Spiel.

Die Stadt Duisburg verklagt die Ex-Chefin der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf rund 760.000 Euro. Fünf Jahre habe sie zu hohe Bezüge kassiert,  teilt die Einrichtung mit. Bei dem Betrieb handelt es sich um eine Tochter der Stadt, an welcher auch die Lebenshilfe beteiligt ist. Die Stadt argumentiert, die Geschäftsführerin habe ihr Gehalt ohne Zustimmung des Aufsichtsrates festgelegt. Das berichtet ein Sprecher des Gerichts. Die Stadt Duisburg selbst will sich nicht äußern.

Prozess startet im November

Der Prozess beginnt im November. Dabei geht es nicht nur um die Rückforderung. Auch die Gemeinnützigkeit stehe angesichts der hohen Gehaltszahlungen auf dem Spiel, so der Gerichtssprecher. Unklar sei, ob es auch zu einem Strafprozess kommen werde. Schon im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft der Ruhrgebietsstadt in dem Fall Ermittlungen wegen Untreue aufgenommen.

Die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt mehr als 1300 Menschen mit und ohne Behinderung an sieben Standorten mit Gastronomie, Werkstatt und einer Fahrradwerkstatt. Gesellschafter der Duisburger Werkstatt ist zu 50 Prozent die Stadt Duisburg und zu jeweils 25 Prozent die Lebenshilfe Duisburg und der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen Duisburg. ols

 

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