ASB KV Lübben

Misshandlungsvorwürfe führen zu Stopp von Aufnahmeverfahren

Der ASB Lübben will das kritisierte Aufnahmeverfahren in der Jugendeinrichtung ‚Neustart‘ im brandenburgischen Jänschwalde aussetzen. Der Kreisverband reagiert damit auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.

  • Der ASB Lübben setzt ein umstrittenes Aufnahmeverfahren für eine Jugendeinrichtung in Jänschwalde aus.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Misshandlungsvorwürfen.
  • Die Zeitung taz hatte zuvor berichtet, dass Kinder und Jugendliche in der Einrichtung drangsaliert und fixiert worden seien.

Der Arbeiter-Samariter-Bund in Lübben will das problematisierte Aufnahmeverfahren nicht weiterführen, solange die Überprüfungen andauern. Unabhängig vom Ausgang der Untersuchung wolle der Träger konzeptionell daran arbeiten, das Aufnahmeverfahren künftig „nicht mehr Gegenstand der intensivpädagogischen Tätigkeit werden zu lassen“, erklärt Sven Meier, Geschäftsführer des ASB Kreisverbandes Lübben, in einer Pressemitteilung.

Erziehungsmaßnahmen verteidigt

Die Jugendeinrichtung solle Kindern und Jugendlichen mit besonders schwierigen und herausfordernden Verhaltensweisen helfen, ihr Leben besser zu bewältigen, heißt es weiter. Dazu würden ausschließlich die in der Praxis und in der Wissenschaft bekannten intensivpädagogischen Maßnahmen herangezogen. Jede Maßnahme hänge vom Alter, dem Entwicklungsstand, dem Charakter des Kindes, seinen geistigen Fähigkeiten, aber auch situativer Faktoren ab.

Unfolgsame Kinder bräuchten mehr Aufsicht

Zu den erzieherischen Maßnahmen gehörten nicht nur Lob und Belohnung, sondern auch Verständnis und Akzeptanz von Regeln. Gewalt oder körperliche Bestrafungen anzuwenden sei nicht gestattet. Zwar könne eine lückenlose Beaufsichtigung grundsätzlich nicht zielführend sein. Im Einzelfall bestünden aber erhöhte Anforderungen, zum Beispiel bei gefährlichen Situationen oder wenn Kinder unfolgsam oder „geistig retardiert“ seien. Wegen der laufenden Ermittlungen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft will der Verband derzeit zu einzelnen Behauptungen keine Stellung nehmen.

Kinder sollen drangsaliert und fixiert worden sein

Am Wochenende waren Vorwürfe bekannt geworden, dass in der Einrichtung Kinder und Jugendliche misshandelt, fixiert oder eingesperrt worden sein sollen. Die Einrichtung hat bisher eine Aufnahmephase praktiziert, in der in den ersten Wochen besonders restriktive Regeln gegolten haben sollen. Über die Vorwürfe hatte zuerst die Tageszeitung taz berichtet. br

 

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