Vergütungsregelungen

DRK-Schwesternschaft: Streit um Tarifhoheit in Krefeld

Tarifschlacht in Krefeld: Zwischen der DRK-Schwesternschaft und Verdi sorgt ein Wettlauf um Mitarbeiterinnen für Ärger. Die Gewerkschaft hat den Schwestern einen Tarifvertrag unterbreitet, der eine Alternative zu ihren Vergütungsregelungen beim DRK ist.

KREFELD - Herdpunkt des Konflikts ist das Helios Klinikum in Krefeld. Bisher hat sich das Krankenhaus die Schwestern vom DRK ausgeliehen; mit dem Tarifvertrag, den Helios mit Verdi entworfen hat, würden sie direkt bei der Klinik angestellt. Die Oberin der Krefelder DRK-Schwesternschaft, Karin Meincke, soll nicht angetan sein von Verdis Werbefeldzug. Gegenüber Wohlfahrt Intern lehnte sie eine Stellungnahme ab. Eine Informationsveranstaltung der Gewerkschaft in der Helios-Klinik wollte sie unter Androhung einer einstweiliger Verfügung kippen – das hat nicht geklappt, so Gewerkschaftssekretär Jürgen Pascha vom Verdi-Bezirk Linker Niederrhein. Das Klinikum gab grünes Licht „Dass Frau Meincke das nicht passt, ist klar“, sagt Pascha, und gibt sich gleichzeitig kämpferisch. „Ich kann einladen, wen ich will. Niemand muss kommen.“ Verdi habe einen Tarifvertrag mit Helios erarbeitet, wonach alle Schwestern unabhängig von ihrem Alter übernommen würden. Laut Rheinischer Post will Meincke gegen die Übernahmebestrebungen Verdis kämpfen. „Ich sehe es als meine persönliche Pflicht an, unsere Mitglieder davor zu bewahren, dass sie aufgrund unbegründeter Drohszenarien vorschnell auf ihre Rechte aus der Schwesternschaft-Mitgliedschaft verzichten“, erklärt sie und verweist auf die zu kurze Überlegungszeit, die Verdi den Schwestern zum Wechseln geben würde – das Angebot läuft mit Ende des Jahres ab. Pascha verteidigt den Termin; „Helios hat Wert darauf gelegt für die mittelfristige Planung.“ Der Klinikkonzern würde in Krefeld umstrukturieren und nach 2010 massiv Stellen abbauen. Dem Gewerkschaftssekretär zufolge stimme es deshalb nicht, dass die Schwestern mit DRK-Vertrag eine Arbeitsplatzgarantie bis 2011 haben. „Helios wird Stationen schließen, so Pascha. Betroffen seien dann alle Mitarbeiterinnen, „ob DRK oder nicht.“

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