Stiftung Kreuznacher Diakonie

Verluste gehen in die Millionen

Im vergangenen Jahr hat die Kreuznacher Diakonie herbe Verluste gemacht. Vor allem zwei Unternehmensbereiche sind für das hohe Defizit verantwortlich.

Vorstände Göbel, Schucht, Lange und Rippel © Kreuznacher Diakonie

  • Die Kreuznacher Diakonie hat 2018 ein Minus von 10,2 Millionen Euro  erwirtschaftet.

  • Vor allem Krankenhäuser und Hospize sind in den roten Zahlen.

  • Der Träger kündigt Leistungskürzungen an und schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie hatte 2018 einen Fehlbetrag von 10,2 Millionen Euro. Laut Träger schreiben vor allem Krankenhäuser und Hospize rote Zahlen. Aber auch die Seniorenhilfe sowie die Kinder-, Jugend und Familienhilfe machten Verlust.

Leistungen müssen eingeschränkt werden

Trotz des Verlusts bewege sich die Kreuznacher Diakonie auf einer stabilen Grundlage, sagte Finanzvorstand Frank Rippel. Doch der Träger werde Konsequenzen ziehen. „Leistungen, für die wir keine kostendeckenden Erlöse erhalten, können wir nicht mehr anbieten“, erklärte Rippel.

Der Vorstand will im August ein Maßnahmenpaket erarbeiten, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant, könnten aber auch nicht ausgeschlossen werden, teilte der Träger mit.

Fehlende Investitionen, hohe Anforderungen

Als Ursache verweist die Kreuznacher Diakonie auf die Politik. Die ernste finanzielle Lage der Krankenhäuser sei ein bundesweit zu beobachtendes Problem, sagte Dennis Göbel, Vorstand für die sechs Krankenhäuser der Stiftung sowie vier Hospize. „Insbesondere kleinere Häuser haben es immer schwerer, die steigenden Kosten mit den Erlösen aus der Krankenversorgung zu decken.“ Bund und Länder hielten sich bei der Förderung von Investitionen zurück, erhöhten aber gleichzeitig die Anforderungen an die Versorgungsqualität.

Der Träger räumt aber auch interne Versäumnisse ein. Fehlentscheidungen hätten zu der schwierigen Situation beigetragen. Die Erweiterung des Vorstands und eine weitreichende Organisationsreform seien erste Schritte zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme.

Die Kreuznacher Diakonie beschäftigt rund 6.800 Mitarbeitern. Mit einem Gesamtumsatz von mehr als 400 Millionen ist der Träger eines der größten Sozialunternehmen in Rheinland-Pfalz. br
 

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