Diakonie Coburg

Tarifverhandlungen für die Behindertenhilfe gescheitert

Die Diakonie Coburg und die Gewerkschaften Verdi und GEW haben ihre Tarifverhandlungen für Einrichtungen in der Behindertenhilfe abgebrochen. Den Träger stört das nicht.

  • Die Diakonie Coburg will in einem von ihr kürzlich übernommenen Verein der Behindertenhilfe kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien durchsetzen.
     
  • Zuvor wurden die Beschäftigten des Vereins nach TVöD bezahlt.
     
  • Die Gewerkschaften Verdi und GEW planen nun Streiks.

Nach einer kurzen Verhandlungsrunde sind die Tarifverhandlungen zwischen der Behindertenhilfe der Diakonie Coburg und den Gewerkschaften Verdi und GEW gescheitert. Die Diakonie Coburg lehnt den geforderten Tarifvertrag für einen Verein der Behindertenhilfe ab, den der Träger vor kurzem übernommen hat. Verdi und GEW planen nun, die betroffenen Einrichtungen zu bestreiken.

AVR für alle Mitglieder verpflichtend

Die Anwendung der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) Bayern sei für alle Mitglieder der Diakonie Bayern bindend, begründet Franz K. Schön, Vorstand der Diakonie Coburg, die Ablehnung. Das gelte auch für die Einrichtungen des Vereins der Behindertenhilfe. Künftig solle zudem eine kirchliche Mitarbeitervertretung den Betriebsrat des Vereins ersetzen.

Attraktive Zusatzleistungen

Die AVR Bayern seien ein attraktives Tarifwerk, das den Vergleich mit anderen Tarifverträgen nicht scheuen müsse, sagte Schön. Sie böten Zusatzleistungen, die es in anderen Tarifwerken so nicht gebe, wie etwa eine betriebliche, beitragsfreie Altersvorsorge, Beihilfe im Krankheitsfall oder familienwirksame Leistungen.

Diakonie Bayern weit hinter TVöD

Die Gewerkschaften haben dafür kein Verständnis. Der Neuen Presse Coburg zufolge kritisieren sie, dass die Diakonie beim Entgelt weit hinter dem branchenüblichen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes liege. Die Betriebe in Coburg hätten deshalb Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Dabei würden die Kostenträger Tarifverträge auf TVöD-Niveau in der Regel refinanzieren.

Die Diakonie Coburg hatte vor kurzem 51 Prozent des Vereins ‚Hilfe für das behinderte Kind‘ übernommen. Bisher wurden die Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und von einem Betriebsrat vertreten. Der Verein bietet Beratung und betreibt eine Kita, Schulen, Tagestätten und Wohnangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. br

 

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