Agaplesion

Rotenburger Klinik entlässt Chefarzt nach Todesfall fristlos

Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg hat einen Chefarzt und zwei Assistenzärzte fristlos entlassen. Grund ist ein Todesfall im April. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben.

Diakonieklinikum Rotenburg © Agaplesion

  • Das Agaplesion Diakonieklinikum in Rotenburg hat dem Chefarzt der Kinderklinik und zwei Assistenzärzten gekündigt.

  • Grund ist eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Totschlags durch Unterlassen.

  • Die Ärzte sollen die später tödliche Schädelverletzung eines vierzehnjährigen Jungen falsch eingeschätzt haben.

Die Staatsanwaltschaft Verden hat gegen den Chefarzt der Kinderklinik des Diakonieklinikums Rotenburg und zwei Assistenzärzte Anklage wegen Totschlags durch Unterlassen erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Verden mit.

Klinikum will Aufklärung vorantreiben

Das Diakonieklinikum Rotenburg kündigte den Beschuldigten dennoch schon jetzt fristlos. Die Kündigung sei eine schwere Entscheidung gewesen, die Krankenhausleitung habe aber keine Alternative zu dieser Trennung gesehen, sagte Matthias Richter, theologischer Direktor am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg. Das Diakonieklinikum werde alles tun, um zur Aufklärung beizutragen. Dazu zähle auch ein verantwortliches Fehlermanagement.

Verletzungen falsch eingeschätzt

Hintergrund der Anklage ist ein Vorfall vom April 2018. Laut Staatsanwaltschaft war ein 14-jähriger Junge mit dem Fahrrad gestürzt und mit einer Schädelverletzung in die chirurgische Ambulanz des Krankenhauses eingeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeschuldigten vor, die Schwere der Verletzungen trotz entsprechender Anzeichen nicht richtig eingeschätzt zu haben. Der Junge starb am Folgetag aufgrund von Einblutungen in den Schädel.

Der entlassene Chefarzt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Diakonieklinikum Rotenburg ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und nach eigenen Angaben das größte konfessionelle Krankenhaus in Niedersachsen. Im Klinikum und seinen Tochtergesellschaften arbeiten rund 2.500 Mitarbeitende. br
 

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