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Hanns-Stephan Haas
Aktualisiert am 13.03.2019 - 08:46

Ernst machen mit der Selbstbestimmung

Vorstandsvorsitzender Haas © Boris Rostami-Rabet

Hanns-Stephan Haas wechselte in seiner Karriere immer wieder zwischen der praktischen und akademischen Arbeit. Der Vorstansvorsitzende der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ist bis heute in beiden Bereichen aktiv.

Alter: 60
Arbeitgeber: Evangelische Stiftung Alsterdorf
Funktion: Vorstandsvorsitzender
Ausbildung: Evangelische Theologie (Habilitation), Betriebswirtschaftslehre (Master)

Als 14-Jähriger lernte Hanns-Stephan Haas auf einer Jugendfreizeit einen jungen Mann kennen, der ihn nachhaltig beeindruckte. „Er war 24 Jahre alt, litt an einer seltenen Augenerkrankung und erblindete nach kurzer Zeit“, erzählt Haas. Der Mann war sehr gläubig und trug die Erkrankung mit bemerkenswerter Fassung. Dieses Erlebnis habe ihn früh mit Sinn- und Glaubensfragen konfrontiert, sagt Haas. Er studierte Theologie, ließ sich zum Pastor ausbilden und war Anfang der Neunzigerjahre fünf Jahre Gemeindepfarrer in Rheinbach bei Bonn.

Haas wollte jedoch auch anderen Interessen nachgehen. „Ich bin immer hin- und hergeschwenkt zwischen der praktischen und akademischen Arbeit“, sagt der 60-Jährige. Alle Theorie sei grau ohne Praxis, alle Praxis ohne Theorie grausam, fasst er sein Lebensmotto zusammen. Haas promovierte und war von 1995 bis 1999 Dozent und Professor für systematische Theologie und Diakoniewissenschaft an der Evangelischen Fachhochschule Hannover. Während dieser Zeit wurde er gefragt, ob er die Diakonische Akademie, das Fort- und Weiterbildungsinstitut der Diakonie, übernehmen wolle. In den folgenden Jahren gründete Haas Tochtergesellschaften, unter anderem die Führungsakademie für Kirche und Diakonie. So kam er in Kontakt mit allen großen diakonischen Einrichtungen, auch der Stiftung Alsterdorf, deren Vorstandsvorsitzender er 2008 wurde.

Die Arbeit bei der Stiftung mit 180 Standorten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen und einem Umsatz von 305 Millionen Euro mache ihm nach wie vor viel Spaß. „Der große Reiz an Alsterdorf ist, dass es ein Unternehmen ist, das am konsequentesten ernst gemacht hat mit der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen“, sagt Haas. „Wir haben als eine der ersten Einrichtungen die Anstaltsstrukturen aufgelöst und unterstützen Menschen dort, wo sie leben.“ Der Wissenschaft ist Haas nach wie vor treu. Er wirkt mit bei einem Promotionsstudiengang an der Kirchlichen Hochschule Bielefeld. Hier kommen Praktiker aus der mittleren und obersten Führungseben zusammen, die sich interdisziplinäre Zusammenhänge erschließen wollen, zum Beispiel zur Entwicklung von Konzepten für die Pflege von Menschen mit Behinderung.


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