Soziale Dienstleistungen 4.0

Ansätze müssen mit neuer Technik Schritt halten

Vertreter diakonischer Unternehmen diskutierten die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Branche. Die Fachtagung Soziale Dienstleistungen 4.0 fand in Göttingen statt.

Thomas Eisenreich, stellvertretender VdDD-Geschäftsführer (m.) mit Referenten

GÖTTINGEN - Digitalisierungsexperte Bernhard Kölmel von der Hochschule Pforzheim verglich die Digitalisierung mit einem Tornado. Die Digitalisierung würde alle Ansätze wegwehen, die nicht den neuen Technologien folgen würden. Nur im inneren des Tornados gäbe es die Möglichkeit zu überleben.

Prozess verläuft nicht gleichmäßig

„Die Kosten für die Digitalisierung spielen mittelfristig keine Rolle“, so Kölmel weiter. Durch die Entwicklungen würde Technologie immer billiger. Die Schwierigkeiten lägen vor allem bei externen Einflussfaktoren. „Politische, gesellschaftliche und marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen können den Prozess extrem beschleunigen oder abbremsen“, warnte Kölmel.

Digitalisierung nur ein Trend von vielen

Nach der theoretischen Betrachtung der Digitalisierung stellte Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender von Agaplesion die Digitalisierungsstrategie seines Unternehmens vor. Das Unternehmen gebe als eines der wenigen Unternehmen mehr als zwei Prozent des Einkommens für die IT aus.

„Wir sind voll digitalisiert“, sagt Horneber. Es gebe jedoch mehrere Megatrends, nach dem sich der Konzern in Zukunft ausrichten wolle. Digitalisierung sei nur eine Facette davon.

Neue Technik steigert Effizienz

Als nächstes stellte Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Stuttgart, seine Strategie vor. „Wir haben nicht vor die Pflege zu digitalisieren“, sagte Schneider. Erst vor wenigen Jahren sei die Digitalisierung zur generellen Unternehmensstrategie hinzugekommen.

Die Technik solle vor allem zur Verbesserung der Pflege beitragen. „Die Digitalisierung hat keinen Zweck an sich, sondern ist ein Mittel zum Zweck.“, so Schneider weiter. Digitale Technik sei ein Baustein davon. Bei spezifischen digitalen Projekten sei der Mehrwert und die Effizienzsteigerung am wichtigsten.

Arbeitswelt ändert sich

Die Sicht des Gesetzgebers stellte Max Neufeind vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales dar. „Mit der Veränderung wie man produziert, geht auch eine Veränderung einher, wie man arbeitet“, so Neufeind. Die Arbeit 4.0 lasse sich vor allem durch eine Pluralisierung der Ansprüche der Arbeitnehmer erkennen. Es gebe unterschiedliche Arbeitswelten, die ausdrückten wie Menschen arbeiten wollen.

Die Herausforderung für Unternehmen liege darin, die Tätigkeiten mit den passenden Wertewelten zu verbinden. Das sei eine große Aufgabe für das Personalmanagement, so Neufeind. Die Digitalisierung beschleunige den Wandel in den Branchen und Berufen. rv

zurück | drucken

Artikel weiterempfehlen

Frage des Monats

Krankenkassen oder Sozialämter sind oft unterschiedlich weit bei der Digitalisierung. Wie laufen bei Ihnen Kommunikation und Abrechnung?

Vollständig digital

Teils digital, teils analog

Weitgehend analog


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Innovationen

Neue Energien freisetzen

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Unser Wohlfahrt Intern E-Paper

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen