Heute ist Dienstag , der 14.07.2020

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Gitta Bernshausen
Aktualisiert am 12.03.2019 - 14:30

Stetig weiterentwickelt

Vorständin Bernshausen © Barbara Bechtloff

Gitta Bernshausen hat die großen Umbrüche in der psychiatrischen Versorgung miterlebt. Beim Sozialwerk St. Georg konnte Sie diese aktiv mitgestalten.

Alter: 60
Arbeitgeber: Sozialwerk St. Georg
Funktion: Vorstand
Ausbildung: Sozialpädagogik und Sozialarbeit (Diplom)

Gitta Bernshausen startete nach ihrem Diplom in Sozialpädagogik und Sozialarbeit in die Berufswelt zu einer Zeit, in der viel im Umbruch war. „Ende der Achtzigerjahre gab es eine große Psychiatriereform und große Skandale im Bereich der psychiatrischen Versorgung“, erzählt sie. Es habe Einrichtungen gegeben, in denen psychisch kranke Menschen 20 bis 30 Jahre lang in großen Bettensälen gelebt hätten. „Diese Strukturen wurden zur Zeit des Nationalsozialismus geschaffen, in denen psychisch kranke Menschen aus ihrem Umfeld gerissen wurden und weggesperrt unter unwürdigen Bedingungen leben mussten“, erzählt Bernshausen. Die öffentliche Empörung sei groß gewesen, es habe eine große Bereitschaft gegeben, Dinge zu verändern.

1986 fing die heute 60-Jährige beim Sozialwerk St. Georg in Gelsenkirchen an. Das Unternehmen bietet ein vielfältiges Leistungsspektrum für Menschen mit Assistenzbedarf an, zum Beispiel für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung. Bernhshausen durchlief verschiedene Positionen und ist seit 2012 im Vorstand des Trägers. Sie sei dem Sozialwerk so lange treu geblieben, weil es ein innovatives, für Veränderungen offenes Unternehmen sei und weil sie sich stetig habe weiterentwickeln können. Im Vorstand sitzt Bernshausen gemeinsam mit ihrem Kollegen Wolfgang Meyer. Er ist für Betriebswirtschaft, Strategie und Datenschutz zuständig, sie für Personal, Ethik, Qualität und Innovation.

Bernshausen findet es schade, dass sie nur eine von wenigen Frauen in den Führungsetagen großer Sozialunternehmen ist. Schuld daran seien männliche Seilschaften und Hinterzimmerpolitik. Es gebe traditionelle Strukturen, in die Frauen keinen Weg hinein fänden. Bernshausen ist keine Verfechterin einer Frauenquote. Aber: „Bei Neubesetzungen muss es ein Haltesignal geben, wenn nur männliche Kandidaten in die engere Auswahl gekommen sind.“ Dann müsse vielleicht noch eine Runde gedreht und geschaut werden, ob es nicht doch eine geeignete Frau für die Position gibt. Denn Frauen hätten es Bernhausen zufolge oft schwerer, ihren Weg nach oben zu finden. „Es gibt eine gläserne Decke, die einem erst auffällt, wenn man mit dem Kopf dagegen stößt“, sagt sie.




© Wohlfahrt Intern
Artikel weiterempfehlen