Diakonie Schleswig-Holstein

Vorstand weist Forderung nach mehr Tarifbindung zurück

Die Tarifbindung in der Diakonie Schleswig-Holstein sei im Vergleich zu anderen Branchen hoch, sagt Vorstand Heiko Naß. Die Mitarbeitervertretungen der Nordkirche hatten grundsätzliche Kritik am kirchlichen Arbeitsrecht geäußert.

Vorstand Naß © Diakonie Schleswig-Holstein

  • Diakonie-Vorstand Naß weist die Vorwürfe der Mitarbeitervertretungen der Nordkirche zurück.
  • Die Diakonie Schleswig-Holstein habe eine sehr hohe Tarifbindung, doch manchmal zwinge die wirtschaftliche Lage Einrichtungen zu außertariflichen Regelungen.
  • Mitarbeitervertretungen hatten unter anderem die Abschaffung des Ersten Weges gefordert.

Der Vorstand der Diakonie Schleswig-Holstein, Heiko Naß, hat die Forderungen der Mitarbeitervertretungen der Nordkirche nach mehr Tarifbindung zurückgewiesen. „Einrichtungen entscheiden sich nur dann für den Ersten Weg, wenn sie sich auf Grund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen dazu gezwungen sehen“, sagt Naß.

Rückkehr zum Tarif sei immer möglich

Im Wettbewerb vor allem mit privaten Trägern, die keinen Tarif zahlen, sei der Erste Weg oftmals die einzige Möglichkeit, als Unternehmen wirtschaftlich bestehen zu können. Dennoch werde regelmäßig geprüft, ob eine Rückkehr zu Tarifen möglich sei. Die Tarifbindung in der Diakonie Schleswig-Holstein sei im Vergleich zu vielen anderen Branchen sehr hoch.

Auch für Kritik am Begriff der Dienstgemeinschaft hat der Vorstand kein Verständnis. „Dieser Begriff orientiert sich am gemeinsamen Dienst für den Menschen und beschreibt nicht das Dienstverhältnis zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden“, sagt Naß.

Beschäftigte wollen Ersten Weg kippen

Die Mitarbeitervertretungen der Nordkirche und der dazugehörigen Diakonischen Werke hatten auf einer Konferenz zur Sonderstellung des kirchlichen Arbeitsrechts in Rostock mehr Rechte für Arbeitnehmer gefordert. Unter anderem wollen die Beschäftigten den Ersten Weg abschaffen und bemängeln, dass Führungskräfte bei Regelverstößen keine Konsequenzen zu fürchten hätten.

Mitarbeitende kritisieren herrschaftliches Vokabular

Kritik äußerten Konferenzteilnehmer auch an dem Begriff ‚Dienstgemeinschaft‘. Es sei ein herrschaftlicher Begriff, der Unterordnung bedeute. Ihre Kritik wollen die Mitarbeitervertretungen nun auch mit der Kirchenleitung besprechen. An der Konferenz nahmen rund 150 Beschäftigte teil.

20 Prozent der Einrichtungen wenden keine kirchengemäßen Tarifwerke an

Die Mitarbeitervertretungen berufen sich auf einen Bericht des Landesbischofs zum Arbeitsrecht, dem zufolge 20 Prozent der diakonischen Einrichtungen im Norden keine kirchengemäße tarifliche oder tarifähnliche Regelung anwenden. Teilweise kommen in diesen Einrichtungen Regelungen auf dem Ersten Weg zustande, werden also einseitig vom Arbeitgeber bestimmt. br

 

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