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Nachtarbeit
Aktualisiert am 09.08.2018 - 14:44

Mitarbeitern steht höherer Lohn zu

Mitarbeiter im Dauernachtdienst erhalten 30 Prozent Zuschlag auf den Bruttolohn. Die Regelung gelte für Beschäftigte von nicht tariflich gebunden Alten- und Pflegeheimen, entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz.

MAINZ — Geklagt hatte eine seit 2010 bei einem privaten Träger beschäftigte examinierte Altenpflegerin und sich dabei auf das Arbeitszeitgesetz berufen. Dieser hatte den Zuschlag abgelehnt, da Nachtarbeiten zwingend durchgeführt werden müssten und zudem erhebliche Ruhezeiten für die Beschäftigten eingeplant seien.

Dienstplan ist praxisfremd

Die Klägerin betonte hingegen, die durchschnittlich 55 bis 60 Bewohner litten an Demenz, Inkontinenz und Schlaflosigkeit. Der vom Arbeitgeber vorgelegter Arbeitsplan sei daher praxisfremd. Insgesamt forderte die Klägerin 8109 Euro netto sowie eine Prämie von 400 Euro für das Anwerben einer Fachkraft. In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht ihr knapp 6400 brutto zugesprochen und die weiteren Klagepunkte abgewiesen. Dies entspricht einem Nachtzuschlag von maximal 28 Prozent.

Klägerin bekommt umfassend Recht

Im Revisionsprozess gab das Gericht der Klägerin nun in vollem Umfang Recht und verurteilte den Arbeitgeber zu einer Zahlung von weiteren 2800 Euro und der Auszahlung der Prämie. Dabei berief es sich auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes: Demnach sind 30 Prozent Zuschlag auf einen Bruttolohn eine angemessene Vergütung für reguläre Nachtarbeit. jh

LAG Rheinland-Pfalz, Az.: 5 Sa 446/17

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